Windows Setup und DiskPart: eigenes UEFI/GPT-Layout erstellen
Praxisleitfaden für Windows Server 2019/2022/2025 sowie Windows 10/11: Während des Windows-Setups mit DiskPart ein eigenes UEFI/GPT-Layout erstellen, Windows installieren, WinRE prüfen und Recovery sauber verwalten.
KB-ID SY000013 · Version 1.0 · Stand 16.07.2026
Inhaltsverzeichnis
- Ziel-Layout und Sinn der Partitionen
- Vom Windows Setup in DiskPart wechseln
- DiskPart-Befehle mit Erklärung
- Zurück ins Setup und Windows installieren
- Recovery-/WinRE-Partition prüfen und bei Bedarf „bespielen“
- Treiber und Tools in WinRE/Recovery integrieren
- Installation verkleinern / minimieren
- Empfehlungen & Stolperfallen
- Quellen
- Quellen und Hinweise
- Änderungslog
- Verwandte Artikel
1) Ziel-Layout und Sinn der Partitionen
Das hier verwendete Layout ist ein bewusst robustes, manuell gebautes UEFI/GPT-Layout ohne separate Datenpartition:
| Partition | Grösse | Zweck |
|---|---|---|
| EFI | 512 MB | UEFI-Bootdateien, FAT32-formatiert. Microsoft fordert mindestens 200 MB bei 512e/512n und 300 MB bei 4Kn; 512 MB ist also bewusst grosszügig und robust. |
| MSR | 24 MB | Microsoft Reserved Partition auf GPT. Microsoft nennt für aktuelle Windows-Versionen standardmässig 16 MB; 24 MB ist ein bewusstes Custom-Layout und technisch nutzbar. |
| Windows | Rest minus Recovery | Primäre NTFS-Partition für das Betriebssystem. |
| Recovery | 1024 MB | WinRE-/Wiederherstellungspartition am Ende bzw. direkt hinter der Windows-Partition. |
Microsoft empfiehlt auf UEFI/GPT-Systemen grundsätzlich das Layout EFI → MSR → Windows → Recovery. Die Recovery-Partition sollte direkt hinter der Windows-Partition liegen, damit Windows sie bei Bedarf später besser verwalten oder vergrössern kann. Für benutzerdefinierte Layouts nennt Microsoft für die Windows-RE-Tools-Partition als robuste Empfehlung rund 990 MB mit mindestens 250 MB freiem Platz. Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3
- Bei mehreren Datenträgern muss der richtige Zieldatenträger sorgfältig identifiziert werden. Microsoft weist darauf hin, dass das Systemlaufwerk nicht zwingend Disk 0 sein muss. Quelle
- Wenn möglich, vor der Installation unnötige weitere Datenträger physisch trennen, damit EFI/Boot nicht versehentlich auf einem anderen Laufwerk landet.
2) Vom Windows Setup in DiskPart wechseln
- Starte vom Windows-Installationsmedium.
- Gehe bis zum ersten Setup-Bildschirm (Sprache/Tastaturlayout bzw. Installationsdialog).
- Drücke Shift + F10. Dadurch öffnet sich eine Eingabeaufforderung innerhalb des Setups.
- Gib diskpart ein und bestätige mit Enter.
Microsoft nutzt in seinen Deployment-Beispielen ebenfalls Windows PE / Setup + Eingabeaufforderung + DiskPart, um benutzerdefinierte Partitionslayouts zu erstellen. Quelle 1, Quelle 2
3) DiskPart-Befehle mit Erklärung
Die folgende Befehlsfolge erzeugt genau dein Layout: EFI 512 MB, MSR 24 MB, Windows, Recovery 1024 MB.
diskpart list disk select disk 0 detail disk clean convert gpt rem === EFI-Systempartition === create partition efi size=512 format quick fs=fat32 label="System" rem === Microsoft Reserved Partition === create partition msr size=24 rem === Windows-Partition === create partition primary shrink minimum=1024 format quick fs=ntfs label="Windows" rem === Recovery-Partition === create partition primary format quick fs=ntfs label="Recovery" set id="de94bba4-06d1-4d40-a16a-bfd50179d6ac" gpt attributes=0x8000000000000001 list volume exit
Erklärung der einzelnen Befehle
| Befehl | Erklärung |
|---|---|
list disk | Listet alle von Setup erkannten Datenträger. Wichtig, um die richtige Zielplatte zu identifizieren. |
select disk 0 | Wählt den Zieldatenträger aus. Nur verwenden, wenn du sicher bist, dass es die richtige Disk ist. |
detail disk | Zeigt zusätzliche Details zum gewählten Datenträger; hilfreich als Plausibilitätsprüfung. |
clean | Löscht die vorhandene Partitionsstruktur auf dem ausgewählten Datenträger. |
convert gpt | Initialisiert den Datenträger als GPT. Für UEFI-Installationen ist GPT erforderlich. |
create partition efi size=512 | Erstellt die EFI System Partition. Microsoft fordert mindestens 200 MB bei 512e/512n bzw. 300 MB bei 4Kn; 512 MB ist hier bewusst grosszügig. |
format quick fs=fat32 label="System" | Formatiert die EFI als FAT32. FAT32 ist für die EFI-Partition vorgeschrieben. |
create partition msr size=24 | Erstellt die MSR. Microsoft nennt heute 16 MB als Standard; dein Wert 24 MB ist ein bewusstes Custom-Layout. |
create partition primary | Erstellt die Windows-Partition über den verbleibenden freien Platz. |
shrink minimum=1024 | Verkleinert die gerade erzeugte Windows-Partition um 1024 MB, damit am Ende Platz für die Recovery-Partition entsteht. Dieses Prinzip entspricht Microsofts Beispielskripten. |
format quick fs=ntfs label="Windows" | Formatiert die Windows-Partition als NTFS. |
create partition primary | Erstellt aus dem freigelassenen Rest die Recovery-Partition. |
format quick fs=ntfs label="Recovery" | Formatiert die Recovery-Partition. |
set id="de94bba4-06d1-4d40-a16a-bfd50179d6ac" | Setzt die korrekte GPT-Typ-ID für die Windows RE Tools Partition. |
gpt attributes=0x8000000000000001 | Markiert die Partition als geschützte, versteckte Recovery-/Utility-Partition. |
list volume | Kontrollblick auf das Ergebnis. |
exit | Beendet DiskPart, du bist danach wieder in der normalen Eingabeaufforderung. |
Hintergrund und Microsoft-Referenzen zu EFI, MSR, Reihenfolge und Recovery-Typ/Attribute: Quelle 1, Quelle 2, Quelle 3, Quelle 4
4) Zurück ins Setup und Windows installieren
- Wenn du in der Eingabeaufforderung bist, gib nochmals exit ein, damit sich das CMD-Fenster schliesst.
- Du bist jetzt wieder im Windows-Setup.
- Klicke ggf. auf Aktualisieren/Refresh, damit die neue Partitionsstruktur sichtbar wird.
- Wähle die grossen NTFS-Partition mit dem Label Windows als Installationsziel aus.
- Klicke auf Weiter.
In einem Standard-Setup auf unzugeordnetem Speicherplatz würde Windows die nötigen Partitionen automatisch erzeugen. Bei deinem manuellen Layout wählst du gezielt die vorbereitete Windows-Partition aus. Quelle 1, Quelle 2
5) Recovery-/WinRE-Partition prüfen und bei Bedarf „bespielen“
5.1 Normalfall: keine manuelle Aktion nötig
Im Normalfall ist keine manuelle Befüllung der Recovery-Partition nötig. WinRE ist Bestandteil des Windows-Images und wird bei einer sauberen Installation bzw. Deployment üblicherweise korrekt konfiguriert. Microsoft beschreibt, dass die winre.wim im Installationsimage enthalten ist und später in die WinRE-Tools-Partition kopiert bzw. dort registriert wird. Quelle 1, Quelle 2
5.2 Nach der Installation prüfen
Nach der ersten erfolgreichen Windows-Anmeldung empfiehlt sich eine Prüfung:
reagentc /info
Wenn Windows RE status: Enabled erscheint und ein gültiger Speicherort auf die Recovery-Partition zeigt, ist alles in Ordnung. Quelle 1, Quelle 2
5.3 Nur falls Windows RE nicht korrekt konfiguriert ist
Wenn reagentc /info zeigt, dass WinRE deaktiviert oder nicht gefunden wird, kannst du die Recovery-Partition manuell vorbereiten und WinRE registrieren.
diskpart list disk select disk 0 list partition select partition 4 assign letter=R exit mkdir R:\Recovery\WindowsRE copy C:\Windows\System32\Recovery\Winre.wim R:\Recovery\WindowsRE\ reagentc /setreimage /path R:\Recovery\WindowsRE /target C:\Windows reagentc /enable reagentc /info
Anschliessend sollte der temporäre Laufwerksbuchstabe wieder entfernt werden:
diskpart select disk 0 select partition 4 remove letter=R exit
Microsoft dokumentiert genau dieses Prinzip: Winre.wim in <Recovery-Partition>\Recovery\WindowsRE ablegen, dann per reagentc /setreimage registrieren und mit reagentc /enable aktivieren. Quelle 1, Quelle 2
Dann liegt meist eine spezielle oder defekte Installation vor. Microsoft beschreibt, dass winre.wim grundsätzlich im Installationsimage enthalten ist und bei Bedarf wieder in C:\Windows\System32\Recovery zurückkopiert werden kann, bevor sie auf die Recovery-Partition registriert wird. Quelle
6) Treiber und Tools in WinRE/Recovery integrieren
6.1 Wichtige Grundregel
Wenn du zusätzliche bootkritische Treiber (z. B. Storage-/RAID-/NVMe-/Netzwerktreiber für Recovery-Szenarien) oder Diagnosewerkzeuge brauchst, ist die saubere Methode nicht, lose Dateien auf die Recovery-Partition zu kopieren. Stattdessen sollte die winre.wim angepasst werden. Microsoft empfiehlt ausdrücklich, WinRE bei Bedarf um Treiber, Sprachen, optionale Komponenten und benutzerdefinierte Tools zu erweitern. Quelle 1, Quelle 2
6.2 Treiber in WinRE integrieren (offline, empfohlen)
Typischer Ablauf auf einem Techniker-/Admin-System:
- Windows-Image install.wim mounten
- Darin winre.wim mounten
- Treiber mit DISM hinzufügen
- WinRE committen
- Die fertige winre.wim auf die Recovery-Partition deployen und mit reagentc registrieren
md C:\mount\windows Dism /Mount-Image /ImageFile:C:\mount\install.wim /Index:1 /MountDir:C:\mount\windows md C:\mount\winre Dism /Mount-Image /ImageFile:C:\mount\windows\Windows\System32\Recovery\winre.wim /Index:1 /MountDir:C:\mount\winre Dism /Image:C:\mount\winre /Add-Driver /Driver:C:\drivers /Recurse Dism /Unmount-Image /MountDir:C:\mount\winre /Commit Dism /Unmount-Image /MountDir:C:\mount\windows /Commit
Microsoft dokumentiert sowohl die WinRE-Anpassung als auch das Hinzufügen von Treibern in Offline-Images mit DISM. Wenn du Windows selber um bootrelevante Treiber ergänzt, solltest du dieselben Treiber auch in WinRE einpflegen. Quelle 1, Quelle 2
6.3 Ein eigenes Tool in das WinRE-Menü einbinden
Microsoft unterstützt genau ein benutzerdefiniertes Diagnosetool im erweiterten Startmenü von WinRE. Das Tool soll in der WinRE-Struktur unter \Sources\Recovery\Tools abgelegt und per XML-Konfiguration eingebunden werden. Dadurch bleibt es auch über spätere WinRE-Upgrades hinweg funktionsfähig. Quelle
md C:\mount\winre\sources\recovery\tools copy C:\Tools\OEMDiagnostics.exe C:\mount\winre\sources\recovery\tools copy C:\mount\WinREConfig.xml C:\mount\winre\sources\recovery\tools
6.4 Darf man einfach Treiber/Tools „auf der Recovery-Partition ablegen“?
Kurz: lieber nein, zumindest nicht als allgemeine Ablage. Die Recovery-Partition sollte für WinRE reserviert bleiben und keinen Laufwerksbuchstaben haben. Wenn zusätzliche Inhalte benötigt werden, sollte dies geordnet innerhalb des WinRE-Images oder – falls es allgemeine OEM-/Hilfswerkzeuge sind – in einer separaten Utility-Partition erfolgen. Microsoft trennt Recovery-/Utility-Szenarien bewusst und empfiehlt, von Windows verwaltete Recovery-Partitionen nicht mit beliebigen Dateien zu vermischen. Quelle 1, Quelle 2
7) Installation verkleinern / minimieren
Je nach Zielsystem (Client vs. Server, SSD-Grösse, VDI/Template etc.) gibt es verschiedene sinnvolle Massnahmen.
7.1 Compact OS
Microsoft unterstützt Compact OS, bei dem Betriebssystemdateien komprimiert abgelegt werden. Dies spart Platz und ist offiziell unterstützt. Microsoft weist darauf hin, dass Windows Update einzelne Dateien weiterhin normal austauschen oder entfernen kann. Quelle 1, Quelle 2
Nach einer bestehenden Installation kann der Status geprüft und Compact OS aktiviert werden:
compact.exe /compactos:query compact.exe /compactos:always
Hinweis: Für produktive Server ist das eine bewusste Architekturentscheidung. Auf schnellen SSDs ist der Performance-Nachteil typischerweise gering, aber er ist nicht null.
7.2 Komponentenbereinigung
Die Windows-Komponentenablage (WinSxS) lässt sich mit DISM bereinigen. Das reduziert nicht die Grundinstallation dramatisch, kann aber nach Updates belegten Platz zurückholen.
Dism /Online /Cleanup-Image /AnalyzeComponentStore Dism /Online /Cleanup-Image /StartComponentCleanup
Microsoft erklärt den Component Store und unterstützt die Bereinigung ausdrücklich. Quelle
7.3 Hibernation deaktivieren
Wenn Ruhezustand/Hibernate auf dem Gerät nicht benötigt wird, kann das Abschalten des Hibernation-Features die Datei hiberfil.sys entfernen und so mehrere GB freigeben. Achtung: Damit entfallen Hibernate und in der Regel auch Fast Startup. Quelle 1, Quelle 2
powercfg.exe /hibernate off
7.4 Unnötige Sprachen und Features on Demand vermeiden
Zusätzliche Sprachpakete und Features on Demand erhöhen den Footprint. Microsoft empfiehlt, Sprachpakete und FODs gezielt zu verwalten und nur das zu installieren, was wirklich benötigt wird. Quelle 1, Quelle 2
Praktisch heisst das: keine unnötigen Sprachpakete, keine unnötigen optionalen Windows-Komponenten, keine unnötigen Hersteller-Tools.
8) Empfehlungen & Stolperfallen
- Recovery zuerst prüfen, nicht vorschnell manuell befüllen: Nach einer normalen Installation ist WinRE oft bereits korrekt eingerichtet.
- Wenn Recovery manuell konfiguriert wird: Immer mit reagentc /info gegenprüfen.
- Lose Dateien auf Recovery vermeiden: Lieber WinRE sauber anpassen oder eine separate Utility-Partition vorsehen.
- Bei mehreren Datenträgern aufpassen: EFI/Boot darf nicht versehentlich auf dem falschen Laufwerk enden.
- Custom Layout = auch an Bare-Metal-Reset denken: Microsoft weist darauf hin, dass bei benutzerdefinierten Partitionen Reset-/Recovery-Skripte angepasst werden müssen, wenn ein echtes OEM-/Deployment-Szenario aufgebaut wird. Quelle
9) Quellen
- Microsoft Learn – UEFI-/GPT-basierte Festplattenpartitionen
- Microsoft Learn – Deployment lab sample scripts
- Microsoft Learn – Bare metal reset/recovery
- Microsoft Learn – DiskPart
- Microsoft Learn – create partition msr
- Microsoft Learn – Hard drives and partitions
- Microsoft Support – Reinstall Windows with the installation media
- Microsoft Learn – Deploy Windows RE
- Microsoft Learn – Customize Windows RE
- Microsoft Learn – REAgentC-Befehlszeilenoptionen
- Microsoft Learn – Windows Recovery Environment (WinRE)
- Microsoft Learn – Add a custom tool to the Windows RE Advanced startup menu
- Microsoft Learn – Treiberpakete zu einem Windows-Offlineimage hinzufügen/entfernen
- Microsoft Learn – Prepare recovery tools for your Windows images
- Microsoft Learn – Compact OS, single-instancing, and image optimization
- Microsoft Learn – Manage the Component Store
- Microsoft Learn – How to disable and re-enable hibernation
- Microsoft Learn – Features On Demand
- Microsoft Learn – Add languages to Windows images
Quellen und Hinweise
- Die im Originalartikel enthaltenen Microsoft-Learn- und Microsoft-Support-Quellen wurden im Abschnitt „9) Quellen“ übernommen.
Änderungslog
- v1.0 · 16.07.2026: Erstfassung ins TechWiki migriert.