Electro-Voice MT-4 – Systemaufbau, Abstrahlung und Aufstellung
Zentrale technische Referenz für das modulare Concert-Sound-System Electro-Voice MT-4 und die avitech-Konfigurationen Small, Medium und Large.
Inhalt
1. Systemkonzept und Einsatz
Das Electro-Voice MT-4 ist ein modulares Concert-Sound-System für leistungsfähige Live-, Musik- und Eventbeschallungen. MTH-4-Horn-Topteile und MTL-4-Tieftonmodule werden entsprechend Publikumsfläche, Bühnengeometrie und gewünschter Schallverteilung kombiniert.
Abhängig von Bühnenbreite, Aufstellung und vertikaler Abdeckung des Hauptsystems sind zusätzliche Frontfills für die gleichmässige Versorgung der vorderen Publikumsbereiche vorzusehen.
Die avitech-Konfigurationen Small, Medium und Large decken unterschiedliche Anforderungen an Tieftonreserve, Reichweite und Anzahl der Abdeckungszonen ab. Entscheidend ist nicht allein die Anzahl der Lautsprecher, sondern deren eindeutige akustische Aufgabe innerhalb des Gesamtsystems.
2. Systemkomponenten
Die Bezeichnungen MTL-4 und MTH-4 beziehen sich auf alle Systemvarianten des MT-4.
| Komponente | Funktion | Planungsrelevanz |
|---|---|---|
| MTH-4 | Horn-Topteil für Mittel-/Hochton | Abdeckung, Reichweite, Flughöhe und Winkel bestimmen |
| MTL-4 | Bassmodul | Anzahl und Anordnung nach Fläche und gewünschter Bassverteilung |
| Endstufen / Processing | Antrieb und Systemabgleich | Reserve, Schutz, Pegel- und Laufzeitanpassung |
| Optionale Frontfills | Kompakte Ergänzungssysteme | Je nach Bühnenbreite als Center- oder Frontfill für den Nahbereich |
Technische Eckdaten
| Merkmal | MT-4 | MTL-4 | MTH-4 |
|---|---|---|---|
| Systemaufbau | MTL-4 + MTH-4 | 4 × 18″ Bass | Aktives 3-Wege-Hornsystem MB / MF / HF |
| Frequenzbereich | 40 Hz–20 kHz | 40–225 Hz | 150 Hz–20 kHz |
| Dauerbelastbarkeit [Watt] | 3’140 W | 1’600 W | 1’540 W MB 1’200 W / MF 240 W / HF 100 W |
| Spitzenbelastbarkeit [Watt, 10 ms] | 12’560 W | 6’400 W | 6’160 W MB 4’800 W / MF 960 W / HF 400 W |
| Maximalpegel, kontinuierlich [dB SPL, 1 m] | 142.6 dB rechnerisch bandenergetisch kumuliert | 134 dB | 141.9 dB MB 140 dB / MF 137 dB / HF 128 dB |
| Maximalpegel, Peak [dB SPL, 1 m] | 148.6 dB rechnerisch bandenergetisch kumuliert | 140 dB | 147.9 dB MB 146 dB / MF 143 dB / HF 134 dB |
| Abstrahlungswinkel | frequenzabhängig nach Systemweg | 177° ± 37° 80–160 Hz | 60° × 40° 600 Hz–20 kHz |
| Directivity Factor Q | frequenzabhängig nach Systemweg | 2,84 Median 80–160 Hz | 23,3 Median 600 Hz–20 kHz |
| Directivity Index DI | frequenzabhängig nach Systemweg | 4,5 dB Median 80–160 Hz | 13,6 dB Median 600 Hz–20 kHz |
| Abmessungen H × B × T | 182,8 × 91,4 × 76,2 cm übereinander angeordnet | 91,4 × 91,4 × 76,2 cm | 91,4 × 91,4 × 76,2 cm |
| Nettogewicht | 286 kg | 119 kg | 167 kg |
3. Abstrahlung und Aufstellung
Mehr Topteile sind primär ein Werkzeug zur Abdeckung unterschiedlicher Publikumszonen und nicht automatisch eine Verdopplung des nutzbaren Pegels. Ausrichtung, Höhe und Winkel müssen so gewählt werden, dass Haupt-, Nah- und gegebenenfalls Aussenbereiche kontrolliert versorgt werden.
- Horizontale Aufteilung: Main und Outfill für breite Flächen.
- Vertikale Aufteilung: Longthrow und Downfill für tiefe Flächen.
- Überlappungen so begrenzen, dass keine unnötigen Interferenzzonen entstehen.
- Frontfill nur dort einsetzen, wo die Hauptsysteme den unmittelbaren Bühnenrand nicht ausreichend erreichen.
3.1. Bassmodul-Anordnung
Die MTL-4-Anordnung beeinflusst Homogenität, Reichweite und räumliche Verteilung. Links/rechts angeordnete Gruppen unterstützen eine klassische Systemgeometrie; Center- oder Hybridanordnungen können die Tieftonverteilung in der Publikumsfläche verändern. Die Wahl ist von Bühnenbreite, Publikumstiefe, Sperrflächen und gewünschtem Klangbild abhängig.
3.2. Frontfills
Je nach Bühnenbreite und Position des Hauptsystems sind separate Frontfills erforderlich, um Pegel- und Abdeckungslücken unmittelbar vor der Bühne zu vermeiden.
- Frontfills nur dort einsetzen, wo eine reale Nahbereichslücke besteht.
- Pegel und Laufzeit auf das Hauptsystem abstimmen.
- Die Abstrahlung auf die vorderen Publikumsbereiche begrenzen und unnötigen Schalleintrag auf Bühne und Mikrofone vermeiden.
4. Planungsgrundsätze
- Publikumsfläche und Bühnengeometrie erfassen.
- Abdeckungszonen statt allein Gesamtpegel definieren.
- Small, Medium oder Large nach Fläche und Reserve wählen.
- Bassanordnung und Stellflächen gemeinsam planen.
- Frontfill-Bedarf separat beurteilen.
- Nach Aufbau Pegel, Polarität, Laufzeit und Abdeckung messtechnisch kontrollieren.
4.1. Pegeldefinitionen und Nutzbereiche
Die folgenden Bereiche klassieren den am Hörer verfügbaren A-bewerteten Nutzpegel für die Beschallungsplanung. Sie beschreiben die Eignung einer Publikumszone und sind weder Hersteller-Maximalpegel noch eine Aussage über gesundheitlich unbedenkliche Expositionszeiten.
< 85 dB(A)
Für Musik-PA unzureichend
Für das Hauptpublikum einer Live- oder Musikveranstaltung fehlt die erforderliche Durchsetzungs- und Dynamikreserve. Allenfalls für Hintergrundmusik oder Sprachinformation bei niedrigem Störpegel geeignet.
85 bis < 90 dB(A)
Eingeschränkt nutzbar
Für Sprache, Moderation, zurückhaltende Musik sowie Rand- und Übergangszonen verwendbar. Für laute oder dynamische Musik ist die Reserve begrenzt.
90 bis 93 dB(A)
Bevorzugter Nutzbereich
Für die reguläre Versorgung des Hauptpublikums mit Musik und Sprache geeignet, sofern Frequenzgang, Abdeckung, Signal-Rausch-Abstand und Dynamikreserve ebenfalls ausreichen.
> 93 dB(A)
Hochpegelbereich
Für entsprechend laute Konzert- und Eventanwendungen. Überschreitet der Stundenpegel LAeq,1h 93 dB(A), gelten in der Schweiz zusätzliche Schutz-, Informations-, Mess- und Meldepflichten nach V-NISSG.
5. Unsere MT-4-Sets
Die drei Mietvarianten bilden eine abgestufte Systemfamilie. Die Auswahl erfolgt nach Fläche, gewünschter Tieftonreserve, Anzahl der benötigten Abdeckungszonen und Frontfill-Bedarf.
| Variante | Grundbestand | Planerischer Schwerpunkt | Kundenseite |
|---|---|---|---|
| MT4 Small | 2 × MTH-4, 2 × MTL-4 | Klarer L/R-Grundaufbau; optionales Frontfill-Lautsprecher-Frontfill | Konfiguration öffnen |
| MT4 Medium | 2 × MTH-4, 4 × MTL-4 | Mehr Tieftonreserve und mehrere Bassanordnungen | Konfiguration öffnen |
| MT4 Large | 4 × MTH-4, 4 × MTL-4 | Main/Outfill oder Longthrow/Downfill für mehrere Abdeckungszonen | Konfiguration öffnen |
Small
Small ist der kompakte Einstieg. Ein MTH-4/MTL-4-System pro Seite bildet die Hauptabdeckung. Frontfill-Lautsprecher wird nur ergänzt, wenn der unmittelbare Bereich vor der Bühne nicht ausreichend erreicht wird. Die Variante bleibt bewusst einfach und eignet sich nicht für mehrere getrennte Fern- und Nahzonen.
Medium
Medium erweitert die Tieftonsektion auf vier MTL-4. Damit werden L/R-, Center- und hybride Basskonzepte möglich. Die Entscheidung zwischen vertikaler, horizontaler oder zentraler Anordnung richtet sich nach Stellfläche, Bühnenbreite und gewünschter Verteilung. Die zusätzlichen Subwoofer ersetzen keine getrennte Topteil-Abdeckungszone.
Large
Large verwendet vier MTH-4 und vier MTL-4. Die zusätzlichen Topteile dienen primär der kontrollierten Zonenaufteilung: bei breiten Flächen als Main/Outfill, bei tiefen Flächen als Longthrow/Downfill. Gleiche Achsen ohne klare Zonenaufgabe sind zu vermeiden, weil Überlappungen Interferenzen und ungleichmässige Abdeckung begünstigen.
6. Variantenspezifische technische Dokumentation
Die folgenden Abschnitte enthalten die vollständigen Planungsinformationen der drei MT-4-Konfigurationen. Dazu gehören Aufstellungsskizzen, Tabellen zu Bühnenbreite, Höhe, Winkel, Distanz, Delay-Startwerten, Areal- und Publikumsgrössen, erwartbaren Schalldruckbereichen sowie die dazugehörigen elektroakustischen Grundlagen.
6.1. MT4 Small – technische PlanungTechnische Planung anzeigen
Vollständige technische Planungsunterlagen für MT4 Small mit Tabellen, Skizzen, Startwerten, Grundlagen und Referenzen.
Dieses Setupdatenblatt beschreibt die vollständige MT4_small-Variante als öffentliches Nachschlagewerk mit Material, Anwendung, Frontfill-Einsatz, Richtwerten und akustischen Grundlagen.
- links: 1 × MTL-4 Low-Frequency-System + 1 × MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-System
- rechts: 1 × MTL-4 Low-Frequency-System + 1 × MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-System
- optional 1–2 × Electro-Voice Frontfill-Lautsprecher als Center-/Frontfill für Sprache, Vocals und die vordere Bühnenmitte
- MT-4-Systemprocessing im Allen & Heath AHM-16 als Ersatz des originalen MTX-4
- externem DSP für Frontfill-Lautsprecher Frontfills, da die AHM-16-Ausgänge durch das 4-Wege-MT-4-System belegt sind
Diese Unterlage bezieht sich auf ein Electro-Voice MT-4/MT-4-System mit je einem MTH-4 Topteil und einem MTL-4 Low-Frequency-System pro Seite. Für die Aufstellung sind vor allem die Systemtrennung MTL-4/MTH-4 bei ca. 160 Hz sowie die weitere MT-Systemverarbeitung bei ca. 1.6 kHz und 10 kHz relevant.
1. Systemgrundlage MT-4
Das Electro-Voice MT-4-System besteht aus dem MTL-4 Low-Frequency-System und dem MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-System. Der MTL-4 ist für ca. 40–225 Hz spezifiziert, mit 40 Hz als 3-dB-Down-Punkt und 32 Hz als 10-dB-Down-Punkt. Der MTH-4 arbeitet als horngeladenes Midbass/Midrange/High-Frequency-System. Die MTX-4/MTX-4-Systemtrennungen liegen bei ca. 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz.
Die relativ hohe Trennung zwischen MTL-4 und MTH-4 bei ca. 160 Hz ist für die Aufstellung wichtig. Der Bereich 100–180 Hz enthält einen grossen Teil des wahrgenommenen Punchs von Kickdrum, Bassgitarre, Toms und tiefen Instrumentenanteilen. Deshalb sollte das Basis-Setup links/rechts mit Sub und Top lokal zusammenhängend aufgebaut oder zeitlich sehr sauber abgestimmt werden.
2. Grundaufstellung mit 2 × MT-4
Basis-Setup L/R mit optionalem Frontfill-Lautsprecher Frontfill
Schematische Darstellung, nicht massstäblich. Die MTH-4 werden auf den Hauptpublikumsbereich ausgerichtet; Frontfill-Lautsprecher ergänzen gezielt den Nahbereich und die vordere Bühnenmitte.
| Parameter | Empfehlung | Kommentar |
|---|---|---|
| Ideale Bühnenbreite | ca. 5–8 m | Gute Balance zwischen L/R-Basis, Mitte und Frontfill-Bedarf. |
| Maximal sinnvolle Bühnenbreite | ca. 10 m | Dann sind zwei Frontfills klar empfohlen; ohne Fill entsteht vorne mittig ein Präsenzloch. |
| Publikumsbreite bevorzugt | ca. 35–50 m | Praxiswert innerhalb der 60°-Abdeckung beider MTH-4; abhängig von Systemabstand, Höhe, Winkelung und nutzbarer Randreserve. |
| Publikumstiefe bevorzugt | ca. 45–55 m | Bis ungefähr 53 m bleibt der konservativ berechnete Einseiten-Planpegel oberhalb 93 dB(A). |
| Maximal ohne Delay-Line | ca. 65–70 m | Am hinteren Rand etwa 90 dB(A) Einseiten-Planpegel; für robuste Hochtonversorgung und gleichmässige Pegelverteilung ist eine Delay-Line zu prüfen. |
Bei MT4_small gibt es pro Seite nur einen MTL-4. Daher entsteht keine zusätzliche Subwoofer-Richtwirkung durch vertikales oder horizontales Stacken wie bei medium/large. Kritisch bleibt aber der Abstand zwischen linker und rechter Bassquelle sowie die Kopplung zum jeweiligen MTH-4 bei der relativ hohen Systemtrennung um 160 Hz. Für stabilen Punch sollten MTL-4 und MTH-4 pro Seite lokal zusammenhängend positioniert und zeitlich sauber abgestimmt werden.
3. Bühnenbreite und Frontfill-Bedarf
Frontfill-Bedarf in Abhängigkeit von der Bühnenbreite
Rot markiert den vorderen Bereich, in dem bei zunehmender Bühnenbreite Präsenz und Sprachverständlichkeit abnehmen können. Frontfills sollen diesen Bereich dezent ergänzen, nicht als zweite Haupt-PA arbeiten.
| Bühnenbreite / Abstand der MT-4-Seiten | Empfehlung | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| bis ca. 5 m | kein Centerfill nötig | sehr gut | Die Tops stehen nahe genug zusammen; die Mitte vor der Bühne wird ab wenigen Metern ausreichend versorgt. |
| ca. 5–6 m | ohne Fill möglich, Frontfill optional | gut | Bei Publikum direkt an der Bühnenkante kann vorne mittig Präsenz fehlen. |
| ca. 6–8 m | 1 × Frontfill-Lautsprecher als Centerfill oder 2 × Frontfill-Lautsprecher als Frontfills | empfohlen | Der Bereich direkt vor der Bühnenmitte wird bei 2–8 kHz zunehmend off-axis. |
| ca. 8–10 m | 2 × Frontfill-Lautsprecher als Frontfills empfohlen | deutlich empfohlen | Ein einzelnes Centerfill kann helfen, zwei Frontfills sind homogener. |
| über ca. 10 m | 2 × Frontfills plus ggf. Nearfills/Outfills | kritisch | Das reine L/R-Setup wird geometrisch ungünstig. |
4. MTH-4 Positionierung / Flug-Höhe
| Parameter | Empfehlung | Kommentar |
|---|---|---|
| Akustische Höhe MTH-4 | ca. 2.5–4.0 m über Publikumsboden | Die Mittel-/Hochtonachse sollte über die ersten Reihen hinweg in den Hauptbereich des Publikums zielen. |
| Vertikale Ausrichtung | leicht nach unten geneigt | Zielpunkt typischerweise bei ca. zwei Dritteln der Publikumstiefe; bei 40 m Tiefe also ca. 25–30 m. |
| Horizontale Ausrichtung | 0–10° Toe-In als Startwert | Bei 6–8 m Bühne meist wenig Toe-In; bei 10 m Bühne eher gezielte Frontfills statt starkem Überkreuzen der MTH-4. Starkes Crossfire erhöht Interferenz und verschlechtert die Ortung. |
| Nahbereich | durch Frontfill-Lautsprecher ergänzen | Nicht versuchen, die ersten Reihen durch starkes Down-Tilt der MTH-4 zu lösen; das reduziert Reichweite. |
Die MTH-4 auf den Hauptbereich ab ca. 10 m vor der Bühne optimieren. Die ersten Reihen und die vordere Bühnenmitte werden mit Frontfill-Lautsprecher Frontfills aufgefüllt.
5. Frontfill-Lautsprecher als Center-/Frontfill
Die Frontfill-Lautsprecher ergänzen den vorderen Mitten-/Hochtonbereich. Sie sollen nicht den Bassbereich oder das komplette MT-4-System ersetzen. Das Ziel ist bessere Artikulation in Sprache, Vocals, Snare-Attack und Präsenz in den ersten Reihen.
Frontfill-Prinzip: MTH-4 für Reichweite, Frontfill-Lautsprecher für Nahbereich
Frontfill-Lautsprecher Startsetup
- Signal: Mono-Summe oder eigener Fill-Mix mit Vocal-/Speech-Fokus.
- Highpass: 150 Hz LR24, bei starker Bodenkopplung 180 Hz LR24.
- EQ: 250 Hz, -3 dB, Q 1.2.
- EQ: 3.15 kHz, -2 dB, Q 1.5, falls zu aggressiv.
- Optional: 7–8 kHz, -1 bis -2 dB, falls der Fill zu stark hervorsticht.
- Pegel: Startwert ca. -10 dB gegenüber Main.
- Ziel: Der Fill soll beim Einschalten nicht deutlich auffallen, beim Ausschalten jedoch fehlen.
Delay-Startwerte Frontfill-Lautsprecher
| Bühnenbreite | 1 × Frontfill-Lautsprecher mittig | 2 × Frontfill-Lautsprecher Frontfills | Mess-/Hörpunkt |
|---|---|---|---|
| 6 m | ca. 3.5–4.5 ms | ca. 2.5–4 ms | 3–5 m vor Bühnenmitte |
| 8 m | ca. 5–6 ms | ca. 4–6 ms | 3–6 m vor Bühnenmitte |
| 10 m | ca. 7–8 ms | ca. 5–8 ms | 4–7 m vor Bühnenmitte |
Die Delay-Werte sind Startpunkte. Exakte Werte sollten mit Messsystem im Bereich 1–4 kHz überprüft werden.
6. Geeignete Raum- und Open-Air-Grössen
| Setup | Empfohlene Fläche | Realistische Personenzahl | Beste Publikumsbereiche | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| 2 × MT-4 ohne Fill, Bühne bis 5 m | ca. 25–35 m breit × 40–50 m tief | ca. 800–2’100 | ab ca. 3–5 m vor der Bühne bis ca. 50 m | Kompakter Aufbau. Die Personenzahl ist aus der akustisch nutzbaren Bruttofläche mit etwa 0,8–1,2 Personen/m² abgeleitet. |
| 2 × MT-4, Bühne 6 m, optional 1 × Frontfill | ca. 30–40 m breit × 45–55 m tief | ca. 1’100–2’600 | ca. 5–50 m vor der Bühne | Ohne Fill möglich; mit Centerfill deutlich homogener in der ersten Reihe. |
| 2 × MT-4, Bühne 8 m, 1–2 × Frontfills | ca. 35–50 m breit × 50–60 m tief | ca. 1’400–3’600 | ca. 8–55 m vor der Bühne | Zwei Frontfills empfohlen. Bevorzugter Arbeitsbereich für kleine bis mittlere Open-Airs. |
| 2 × MT-4, Bühne 10 m, 2 × Frontfills | ca. 40–55 m breit × 50–65 m tief | ca. 1’600–4’300 | ca. 10–55 m bevorzugt; bis ca. 65 m eingeschränkt | Frontfills klar empfohlen. Ab rund 55–60 m Delay-Line für gleichmässige Versorgung und wetterrobusten Hochton prüfen. |
Die Personenzahlen sind akustische Auswahlwerte aus der nutzbaren Fläche mit ungefähr 0,8–1,2 Personen/m². Sie sind keine zulässigen Belegungszahlen; Fluchtwege, Möblierung und Sicherheitskonzept sind separat festzulegen.
7. Erwartbare Pegelbereiche
Die folgenden Werte sind Praxisrichtwerte für ein gut eingestelltes 2 × MT-4-Basis-Setup. Raum, Publikum, Temperatur, Wind, Groundplane, Limiter, Verstärkerleistung und mechanische Ausrichtung verändern die realen Werte.
| Entfernung zur Bühne | Erwartbarer nutzbarer Pegel | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| 3–5 m | ca. 116–123 dB(A) | Hochpegelbereich | Stark abhängig von Frontfill, Off-axis-Lage und Bühnengeometrie; nicht als Soll-Betriebspegel verstehen. |
| 10 m | ca. 109–112 dB(A) | Hochpegelbereich | Sehr hohe Reserve; der tatsächliche Stundenpegel ist entsprechend der Veranstaltung zu begrenzen. |
| 20 m | ca. 103–106 dB(A) | Hochpegelbereich | Hohe Direktheit und Dynamikreserve. |
| 30 m | ca. 99–102 dB(A) | Hochpegelbereich | Für Rock/Pop mit deutlicher Reserve nutzbar. |
| 40 m | ca. 96–99 dB(A) | Hochpegelbereich | Guter Hauptpublikums- und FOH-Bereich. |
| 50 m | ca. 94–97 dB(A) | Hochpegelbereich | Liegt realistisch noch oberhalb der 93-dB-Schwelle; tatsächlichen LAeq,1h separat überwachen. |
| 60 m | ca. 92–95 dB(A) | bevorzugt bis Hochpegel | Einseits etwa 92 dB(A), in der L/R-Überlappung bis rund 95 dB(A); wetterabhängig. |
| 70 m | ca. 90–93 dB(A) | bevorzugter Grenzbereich | Konservativer Einseitenwert liegt bei rund 90 dB(A); Delay-Line für verlässliche Gleichmässigkeit prüfen. |
| 80 m | ca. 88–91 dB(A) | eingeschränkt nutzbar | Nur günstige Überlappungszonen erreichen noch den bevorzugten Bereich; für Hauptpublikum Delay-Line vorsehen. |
8. Elektrisch-akustische Grundlagen
8.1 Wellenlänge und Abstand
λ = c / f c = ca. 343 m/s f = Frequenz in Hz
| Frequenz | Wellenlänge | Bedeutung für MT-4 |
|---|---|---|
| 80 Hz | ca. 4.3 m | Subwoofer-Abstände sind noch relativ gutmütig. |
| 100 Hz | ca. 3.4 m | Beginnend relevant für Punch und Gleichmässigkeit. |
| 160 Hz | ca. 2.15 m | Sub/Top-Abstand wird deutlich relevant; lokale Zuordnung wichtig. |
| 250 Hz | ca. 1.37 m | Mehrere Quellen erzeugen schnell hörbare Interferenzen. |
8.2 Warum Frontfills nötig werden
Bei einer L/R-Anordnung stehen die vorderen Zuhörer in der Bühnenmitte bei grösserer Bühnenbreite ausserhalb der Hauptachse beider Tops. Das ist meist kein Bassproblem, sondern ein Problem im Präsenz- und Hochtonbereich. Daher lösen zusätzliche MTL-4 dieses Loch nicht; Frontfill-Lautsprecher Frontfills ergänzen gezielt Sprache, Vocals und Artikulation.
8.3 Laufzeit
1 m Laufzeitdifferenz ≈ 2.9 ms Delay = Distanzdifferenz / 343 m/s
Frontfills werden normalerweise verzögert, weil sie näher beim Publikum stehen als die MTH-4. Der Abgleich sollte im Überlappungsbereich ca. 3–6 m vor der Bühne und im Frequenzbereich 1–4 kHz erfolgen.
8.4 Pegelstrategie für Frontfills
- Frontfills nicht als zweite Haupt-PA betreiben.
- Startpegel ca. -10 dB gegenüber Main.
- Wenn der Fill ortbar wird oder das Klangbild nach vorne zieht, ist der Fill zu laut.
- Wenn beim Muten nur Artikulation und Präsenz fehlen, ist der Pegel richtig.
8.5 L/R-Bass und Systemtrennung bei 160 Hz
Beim MT4_small-Setup stehen die beiden MTL-4 links und rechts relativ weit auseinander. Unterhalb von ca. 80–100 Hz ist das wegen der langen Wellenlängen oft noch gutmütig. Gegen 160 Hz beträgt die Wellenlänge jedoch nur noch ca. 2.15 m; dadurch werden Sub/Top-Abstand, L/R-Abstand, Laufzeit und Polarität deutlich relevanter. Der Punchbereich sollte deshalb nicht unnötig räumlich von den MTH-4 getrennt werden.
- MTL-4 pro Seite möglichst nahe unter oder hinter dem jeweiligen MTH-4 positionieren.
- Keine zusätzlichen weit entfernten Center- oder Side-Subs bis 160 Hz betreiben, wenn sie nicht messtechnisch sauber integriert sind.
- Bei sehr breiten Bühnen nicht versuchen, das vordere Präsenzloch mit Bassaufstellung zu lösen; dafür sind Frontfill-Lautsprecher Frontfills zuständig.
11. Kurzfazit
Bis ca. 5 m Bühnenbreite: 2 × MT-4 können in der Regel ohne Centerfill betrieben werden.
Ca. 6 m Bühnenbreite: 1 × Frontfill-Lautsprecher ist optional, bei Sprache, Moderation und Vocals sinnvoll.
Ca. 8 m Bühnenbreite: 1–2 × Frontfill-Lautsprecher werden empfohlen; zwei Frontfills sind meist homogener.
Ca. 10 m Bühnenbreite: 2 × Frontfill-Lautsprecher sind klar empfohlen.
Publikumsfläche: realistisch ca. 20–30 m Breite und 30–45 m Tiefe für laute Musik; bei sehr guter Top-Höhe und klaren Frontfills sind bis ca. 35 m Breite möglich. Darüber sind Delay-Lines, zusätzliche Tops oder ein grösseres Setup zu prüfen.
6.2. MT4 Medium – technische PlanungTechnische Planung anzeigen
Vollständige technische Planungsunterlagen für MT4 Medium mit Tabellen, Skizzen, Startwerten, Grundlagen und Referenzen.
Dieses Setupdatenblatt beschreibt die vollständige MT4_medium-Variante als öffentliches Nachschlagewerk mit Material, Anwendung, Aufstellungsvarianten, Frontfill-Einsatz und akustischen Grundlagen. Grundlage ist ein Electro-Voice MT-4-System mit:
- 4 × Electro-Voice MTL-4 Low-Frequency-Systeme
- 2 × Electro-Voice MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-Systeme
- 1–2 × Electro-Voice Frontfill-Lautsprecher als Center-/Frontfill für Sprache, Vocals und die vordere Bühnenmitte
- MT-4-Systemprocessing im Allen & Heath AHM-16 als Ersatz des originalen MTX-4
- externem DSP für Frontfill-Lautsprecher Frontfills und gegebenenfalls zusätzliche Center-Subs
Die MTH-4 Tops werden bei allen Varianten mechanisch so angebracht, erhöht oder geflogen, dass der gewünschte Publikumsbereich möglichst vollständig erreicht wird. Die Subwoofer-Aufstellung bestimmt daher nicht die Top-Höhe, sondern wird nach Bassverteilung, Punch, Kopplung, Richtcharakteristik und Übergang zum Top-System beurteilt.
1. Systemgrundlage MT-4
Das Electro-Voice MT-4-System besteht aus dem MTL-4 Low-Frequency-System und dem MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-System. Der MTL-4 ist für den Bereich ca. 40–225 Hz spezifiziert, mit 40 Hz als -3-dB-Punkt und 32 Hz als nutzbarer unterer Grenzfrequenzbereich. Der MTH-4 ist für ca. 150 Hz–20 kHz spezifiziert. Die originalen MTX-4-Trennfrequenzen liegen bei 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz.
Die Trennung zwischen MTL-4 und MTH-4 bei ca. 160 Hz ist für die Aufstellung entscheidend. Der Bereich von etwa 100–180 Hz enthält einen wesentlichen Teil des wahrgenommenen Punchs von Kickdrum, Bassgitarre, Toms und tiefen Instrumentenanteilen. Deshalb ist die räumliche Zuordnung zwischen MTL-4 und MTH-4 wichtiger als bei Systemen, die erst bei 80–100 Hz zwischen Sub und Top trennen.
2. Bezug auf MT-4 / MT-4-Systemlogik
Diese Unterlage bezieht sich auf ein Electro-Voice MT-4/MT-4-System mit MTL-4 Low-Frequency-Systemen und MTH-4 Topteilen. Für die hier beschriebenen Varianten sind insbesondere die Systemtrennung zwischen MTL-4 und MTH-4 bei ca. 160 Hz sowie die MTX-4/MTX-4-Systemlogik mit weiterem Processing bei ca. 1.6 kHz und 10 kHz relevant.
| Systemteil | MTH-4 / MT-4-relevante Eckdaten | Bedeutung für die Praxis |
|---|---|---|
| MTL-4 | ca. 40–225 Hz, 40 Hz -3 dB, 32 Hz nutzbarer Low-End-Bereich | Der MTL-4 kann deutlich über klassischen Subbass hinaus arbeiten und ist für den Punchbereich relevant. |
| MTH-4 | ca. 150 Hz–20 kHz, empfohlene Trennfrequenzen 160 Hz, 1.6 kHz, 10 kHz | Die Top/Sub-Anbindung bei 160 Hz muss räumlich und zeitlich sorgfältig erhalten bleiben. |
| MTX-4 / AHM-16-Nachbildung | 4-Wege-Systemprocessing mit Trennung bei 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz | Die originale Systemlogik bleibt bestehen; die AHM-16-Nachbildung ersetzt den MTX-4 funktional. |
3. Positionierung und Ausrichtung der MTH-4 Tops
Die MTH-4 sollten unabhängig von der Subwoofer-Anordnung so positioniert werden, dass Mittelton und Hochton möglichst gleichmässig über die Publikumsfläche verteilt werden. Die Herstellerdaten geben für die MTH-4 im Bereich 600 Hz–20 kHz eine nominelle Abstrahlung im Bereich von ca. 60° horizontal und ca. 40° vertikal an, mit frequenzabhängigen Toleranzen. Für die Planung sollte konservativ gearbeitet und das reale Verhalten vor Ort gemessen oder zumindest sorgfältig abgehört werden.
| Parameter | Empfehlung | Kommentar |
|---|---|---|
| Akustische Höhe der MTH-4 | ca. 2.5–4.0 m über Publikumsboden | Die Mittel-/Hochtonachse sollte über die ersten Publikumsreihen hinweg in den Hauptbereich des Publikums zielen. |
| Vertikale Ausrichtung | leicht nach unten geneigt | Als Startpunkt empfiehlt sich ein Zielpunkt bei etwa zwei Dritteln der Publikumstiefe. |
| Horizontale Ausrichtung | 0–10° Toe-In als Startwert | Bei 6–8 m Bühnenbreite meist wenig Toe-In; bei ca. 10 m Bühnenbreite eher 10–15° oder zusätzliche Frontfills. |
| Nahbereich | über Frontfill-Lautsprecher Frontfills ergänzen | Die ersten 3–8 m vor der Bühne sollten nicht primär durch stark nach unten gerichtete MTH-4 versorgt werden. |
| Hauptzielbereich | ca. 10–40 m vor Bühne | Die MTH-4 werden auf Reichweite und Gleichmässigkeit im Hauptpublikum optimiert. |
Die MTH-4 werden so ausgerichtet, dass der Hauptbereich von ca. 10–40 m vor der Bühne sauber versorgt wird. Die vordere Bühnenmitte und die ersten Reihen werden mit Frontfill-Lautsprecher Frontfills ergänzt.
4. Übersicht der drei Subwoofer-Varianten
| Variante | Subwoofer-Aufstellung | Charakter | Hauptvorteil | Hauptnachteil | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|---|
| 2a | Je 2 × MTL-4 vertikal links/rechts | Kompakt, fokussiert, klassischer L/R-Punch | Gute lokale Zuordnung zum jeweiligen MTH-4, kompakte seitliche Sub-Position | L/R-Sub-Interferenzen im Bassbereich bleiben möglich | Sehr gute Standardvariante für Live, Rock und Pop |
| 2b | Je 2 × MTL-4 horizontal links/rechts | Niedrige Sub-Basis pro Seite; kräftiger Punch, aber horizontal frequenzabhängiger | Niedrige Bauhöhe, stabile Mechanik, gut kombinierbar mit geflogenen oder separat erhöhten Tops | Im oberen Bassbereich eher horizontale Bündelung/seitliche Interferenz; genaue Wirkung abhängig von Abstand und Frequenz | Sehr gute Alternative bei geflogenen oder separat erhöhten MTH-4 |
| 2c | Je 1 × MTL-4 links/rechts plus 2 × MTL-4 im Center, Center tiefer getrennt | L/R-Punch bleibt erhalten, Center ergänzt Tiefbassfundament | Guter Kompromiss aus Top/Sub-Kohärenz und stabilerem Tiefbass | Zusätzlicher DSP-Weg für Center-Subs erforderlich | Beste Hybridvariante bei vorhandenem externem DSP |
Grafische Übersicht der drei Subwoofer-Varianten
Schematische Darstellung, nicht massstäblich. Die MTH-4 werden in allen Varianten separat optimal gehängt oder erhöht.
Horizontale Publikumsebene: Wirkung der Subwoofer-Anordnung
Korrigierte schematische Draufsicht: Die Grafik zeigt nur die horizontale Publikumsebene, nicht die vertikale Abstrahlung. Bei Variante 2a liegen die zwei MTL-4 pro Seite in der Draufsicht praktisch am selben Ort, weil sie vertikal gestapelt sind; zusätzliche Interferenz-/Bündelungswirkung entsteht deshalb überwiegend vertikal. Bei Variante 2b wird die Quelle pro Seite horizontal breiter; dadurch wird im oberen Bassbereich eher die horizontale Publikumsebene beeinflusst. Variante 2c entkoppelt den tiefen Center-Anteil bewusst vom ortbaren L/R-Punchbereich.
Hybrid-Frequenzaufteilung: L/R-Punch und Center-Low-End
Für 2c gilt: L/R-MTL-4 bleiben für die ortbare Anbindung und den Punch zuständig. Die Center-MTL-4 liefern nur tiefe, weniger ortbare Energie und sollten nicht bis zur 160-Hz-Systemtrennung hinauf betrieben werden.
5. Variante 2a – je 2 × MTL-4 vertikal links/rechts
MTH-4 geflogen MTH-4 geflogen MTL-4 MTL-4 MTL-4 MTL-4 links rechts
Akustische Bewertung
Variante 2a ist eine klassische und robuste MT-4-Aufstellung. Die beiden MTL-4 pro Seite koppeln gut und bleiben räumlich klar dem jeweiligen MTH-4 zugeordnet. Der Bereich von ca. 100–180 Hz wirkt dadurch seitlich stabil, direkt und musikalisch geschlossen.
Richtcharakteristik
Vertikales Stapeln zweier MTL-4 vergrössert die akustische Ausdehnung primär in der Vertikalen. Dadurch bleibt die horizontale Richtwirkung pro Seite im oberen Bassbereich meist etwas gutmütiger als bei horizontal nebeneinanderliegenden Gehäusen. In der Publikumsebene kann der Punchbereich dadurch etwas gleichmässiger wirken.
| Parameter | Empfehlung / Erwartung |
|---|---|
| Bühnenbreite ideal | 6–8 m |
| Bühnenbreite maximal sinnvoll | ca. 10 m mit 2 × Frontfills |
| Publikumsbreite bevorzugt | ca. 35–50 m |
| Publikumstiefe bevorzugt | ca. 45–55 m |
| Maximal ohne Delay-Line | ca. 65–70 m; ab rund 55–60 m für gleichmässige Hochtonversorgung prüfen |
| Personenzahl realistisch | ca. 1’400–3’600 Personen bei 0,8–1,2 Personen/m² |
| Stärken | Liveband, Rock, Pop, Stadtfest, Zelt, kleinere bis mittlere Open-Airs |
Variante 2a ist die bevorzugte Lösung, wenn ein direkter, klassischer MT-4-Punch mit guter lokaler Zuordnung zwischen Bass und Top gewünscht ist.
6. Variante 2b – je 2 × MTL-4 horizontal links/rechts
MTH-4 geflogen MTH-4 geflogen MTL-4 MTL-4 MTL-4 MTL-4 links rechts
Akustische Bewertung
Bei Variante 2b bilden die beiden MTL-4 pro Seite einen horizontalen Subblock. Diese Aufstellung ist mechanisch niedrig, stabil und gut mit geflogenen MTH-4 kombinierbar. Die räumliche Zuordnung zwischen linker/rechter Subgruppe und dem jeweiligen Top bleibt erhalten.
Richtcharakteristik
Horizontales Stapeln vergrössert die akustische Ausdehnung direkt in der Publikumsebene. Unterhalb von ca. 80–100 Hz ist das aufgrund der langen Wellenlängen meist unkritisch. Im Bereich von ca. 100–160 Hz kann die horizontale Anordnung zu stärkerer Bündelung, seitlichen Maxima/Minima und positionsabhängigerem Punch führen. Gleichzeitig kann die horizontale Anordnung subjektiv als mehr Punch und breiteres Fundament pro Seite wahrgenommen werden, wenn die Publikumsfläche passend getroffen wird.
| Parameter | Empfehlung / Erwartung |
|---|---|
| Bühnenbreite ideal | 6–8 m |
| Bühnenbreite maximal sinnvoll | ca. 10 m mit 2 × Frontfills |
| Publikumsbreite bevorzugt | ca. 35–50 m |
| Publikumstiefe bevorzugt | ca. 45–55 m |
| Maximal ohne Delay-Line | ca. 65–70 m; ab rund 55–60 m für gleichmässige Hochtonversorgung prüfen |
| Personenzahl realistisch | ca. 1’400–3’600 Personen bei 0,8–1,2 Personen/m² |
| Stärken | Open-Air, gemischte Programme, niedrige Bauhöhe, geflogene Tops |
Variante 2b ist besonders sinnvoll, wenn die MTH-4 unabhängig von den Subwoofern geflogen oder erhöht werden. Sie bietet eine niedrige, stabile Subwooferbasis mit kräftigem L/R-Punch.
7. Variante 2c – L/R komplettes MT-4 plus 2 × Center-MTL-4 tiefer getrennt
MTH-4 geflogen MTH-4 geflogen MTL-4 MTL-4 MTL-4 MTL-4 links Center rechts
Variante 2c ist eine Hybridlösung. Links und rechts bleibt je ein vollständiges MT-4-Bassfundament erhalten. Die beiden zusätzlichen MTL-4 im Center werden nur für den tieferen Bassbereich eingesetzt. Dadurch bleibt der wichtige Punchbereich um 100–160 Hz lokal bei den MTH-4, während das Center-Cluster zusätzliches Tiefbassfundament liefert.
Funktionsaufteilung
| Systemteil | Aufgabe | Empfohlener Frequenzbereich |
|---|---|---|
| L/R MTL-4 | Punch, Kick, Bass-Attack, lokale Anbindung an MTH-4 | normaler MT-4-Subweg bis zur Systemtrennung bei ca. 160 Hz |
| Center MTL-4 | Tiefbassfundament, Low-End-Stabilisierung, Headroom | ca. 35–80/100 Hz, Lowpass vorzugsweise 80–90 Hz LR24, maximal ca. 100 Hz LR24 |
Empfohlenes Processing Center-MTL-4
- L/R MTL-4: normale MT-4-Trennung zum MTH-4.
- Center MTL-4: Lowpass ca. 80–90 Hz LR24 als Startwert.
- Center MTL-4: maximal ca. 100 Hz LR24, wenn mehr Fundament benötigt wird.
- Center MTL-4 nicht bis 150–160 Hz laufen lassen.
- Center-Level Start: ca. -6 dB gegenüber L/R-Subs, danach nach Geschmack und Messung anheben.
- Delay und Polarität des Centers auf L/R-Subs im Bereich 60–90 Hz abstimmen.
- Center MTL-4 als Mono-Summe oder separater Sub-Aux betreiben.
Richtcharakteristik im Hybridbetrieb
Bei Variante 2c wird die Richtcharakteristik bewusst aufgeteilt. Die L/R-MTL-4 erzeugen den lokal zu den Tops gehörenden Punchbereich. Die Center-MTL-4 erzeugen dagegen ein tieferes, weitgehend mono-kompatibles Fundament. Da der Center nur bis ca. 80–100 Hz betrieben wird, bleibt der ortbare obere Bassbereich links/rechts erhalten. Dadurch wird vermieden, dass Kickdrum und Bassgitarre in die Bühnenmitte gezogen werden oder sich seitlich vom Top lösen.
Center-MTL-4 horizontal oder vertikal?
| Aufstellung Center | Vorteile | Nachteile | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| 2 × MTL-4 horizontal nebeneinander | Niedrige Bauhöhe, gute Sichtlinien, mechanisch sicher, einfache Integration vor oder unter der Bühne | Benötigt mehr Breite in der Bühnenmitte | Bevorzugte Lösung für Center-Zusatzsubs mit tiefer Trennung |
| 2 × MTL-4 vertikal gestackt | Kleinere Grundfläche, kompakte Breite, gute Kopplung | Höhere Bauform, kann Sichtlinien, Bühnenzugang oder Frontfill-Position stören | Sinnvoll, wenn die verfügbare Breite knapp ist oder der Stack baulich integriert werden kann |
Die beiden Center-MTL-4 sollten in den meisten Fällen horizontal nebeneinander stehen. Da sie nur bis ca. 80–100 Hz laufen, ist die horizontale Breite akustisch gut beherrschbar. Gleichzeitig bleibt die Bauhöhe niedrig und die Frontfill-Lautsprecher Frontfills lassen sich einfacher platzieren.
8. Frontfill-Lautsprecher als Center-/Frontfill
Die Frontfill-Lautsprecher werden unabhängig von der Subwoofer-Variante benötigt, sobald die Bühne so breit wird, dass die MTH-4 die vordere Mitte nicht mehr ausreichend im Präsenz- und Hochtonbereich erreichen. Mehr MTL-4 verbessern den Bassbereich, lösen aber nicht das Mitten-/Hochtonloch vor der Bühnenmitte.
| Bühnenbreite | Frontfill-Lautsprecher Empfehlung | Kommentar |
|---|---|---|
| bis ca. 5 m | kein Fill nötig | Die vordere Mitte wird meist ausreichend erreicht. |
| ca. 6 m | 1 × Frontfill-Lautsprecher optional / sinnvoll | Besonders bei Sprache, Moderation und leisen Vocals hilfreich. |
| ca. 8 m | 1–2 × Frontfill-Lautsprecher empfohlen | 2 Stück sind meist homogener als ein einzelnes Centerfill. |
| ca. 10 m | 2 × Frontfill-Lautsprecher klar empfohlen | Ohne Fill entsteht vorne mittig ein Präsenz- und Sprachverständlichkeitsloch. |
| über ca. 10 m | 2 × Frontfill-Lautsprecher plus zusätzliche Nearfills/Outfills prüfen | Die zwei MTH-4 alleine sind geometrisch nicht mehr ausreichend. |
Frontfill-Lautsprecher Startsetup
- Signal: Mono-Summe oder eigener Fill-Mix mit Vocal-/Speech-Fokus.
- Highpass: 150 Hz LR24, bei starker Bodenkopplung 180 Hz LR24.
- EQ: 250 Hz, -3 dB, Q 1.2.
- EQ: 3.15 kHz, -2 dB, Q 1.5, falls zu aggressiv.
- Optional: 7–8 kHz, -1 bis -2 dB, falls der Fill zu stark hervorsticht.
- Pegel: Startwert ca. -10 dB gegenüber Main.
- Ziel: Der Fill soll beim Einschalten nicht deutlich auffallen, beim Ausschalten jedoch fehlen.
Delay-Startwerte Frontfill-Lautsprecher
| Bühnenbreite | 1 × Frontfill-Lautsprecher mittig | 2 × Frontfill-Lautsprecher Frontfills | Mess-/Hörpunkt |
|---|---|---|---|
| 6 m | ca. 3.5–4.5 ms | ca. 2.5–4 ms | 3–5 m vor Bühnenmitte |
| 8 m | ca. 5–6 ms | ca. 4–6 ms | 3–6 m vor Bühnenmitte |
| 10 m | ca. 7–8 ms | ca. 5–8 ms | 4–7 m vor Bühnenmitte |
Die Delay-Werte sind Startpunkte. Exakte Werte sollten mit Messsystem im Bereich 1–4 kHz überprüft werden.
9. Publikumsfläche und Pegel
| Setup | Empfohlene Fläche | Personenzahl realistisch | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 2a, vertikale L/R-Bassmodule | ca. 35–50 m breit × 45–55 m tief | ca. 1’300–3’300 | Bevorzugte Liveband-Variante; stabile Top/Bass-Zuordnung und rund 3 dB mehr Tieftonreserve pro Seite gegenüber Small. |
| 2b, horizontale L/R-Bassmodule | ca. 35–50 m breit × 45–55 m tief | ca. 1’300–3’300 | Gleiche MTH-4-Abdeckung; niedrige Bauhöhe, im oberen Bassbereich horizontal stärker positionsabhängig. |
| 2c, L/R plus Center-Low-Bassmodule | ca. 35–50 m breit × 45–55 m tief | ca. 1’300–3’300 | Gleiche A-bewertete Reichweite; Center ergänzt nur Low-End und erhöht nicht die Hochton- oder Sprachreichweite. |
Die Personenzahlen sind akustische Auswahlwerte aus der nutzbaren Bruttofläche mit ungefähr 0,8–1,2 Personen/m². Sie sind keine zulässigen Belegungszahlen; Fluchtwege, Möblierung und Sicherheitskonzept sind separat festzulegen.
Erwartbare Pegelbereiche
| Entfernung | Erwartbarer Pegel | Bewertung |
|---|---|---|
| 3–5 m | ca. 116–123 dB(A) | Hochpegelbereich; stark von Frontfill, Off-axis-Lage und Bühnengeometrie abhängig. |
| 10 m | ca. 109–112 dB(A) | Hochpegelbereich; sehr hohe Reserve, Stundenpegel entsprechend begrenzen. |
| 20 m | ca. 103–106 dB(A) | Hochpegelbereich; hohe Direktheit und Dynamikreserve. |
| 30 m | ca. 99–102 dB(A) | Hochpegelbereich; für Rock/Pop mit deutlicher Reserve nutzbar. |
| 40 m | ca. 96–99 dB(A) | Hochpegelbereich; guter Hauptpublikums- und FOH-Bereich. |
| 50 m | ca. 94–97 dB(A) | Hochpegelbereich; tatsächlichen LAeq,1h separat überwachen. |
| 60 m | ca. 92–95 dB(A) | Bevorzugt bis Hochpegel; einseits ca. 92 dB(A), in günstiger Überlappung bis rund 95 dB(A). |
| 70 m | ca. 90–93 dB(A) | Bevorzugter Grenzbereich; Delay-Line für verlässliche Gleichmässigkeit prüfen. |
| 80 m | ca. 88–91 dB(A) | Eingeschränkt nutzbar; für das Hauptpublikum Delay-Line vorsehen. |
Die Werte beschreiben den breitbandigen A-bewerteten Planpegel der zwei MTH-4-geführten Hauptsysteme. Die zusätzlichen MTL-4 von Medium liefern im Bassbereich mehr Headroom, verändern aber nicht die ausgewiesene Hochtonreichweite und werden deshalb nicht als pauschaler dB(A)-Gewinn auf diese Tabelle addiert.
10. Vergleich nach Anwendung
| Anwendung | Empfohlene Variante | Begründung |
|---|---|---|
| Liveband / Rock / Pop | 2a oder 2b | Beide Varianten erhalten den L/R-Punch. 2a wirkt etwas kompakter, 2b bietet eine niedrigere Subwooferbasis. |
| Geflogene Tops, niedrige Sub-Bauhöhe gewünscht | 2b | Die horizontale Subwoofer-Anordnung ist mechanisch einfach und praxisgerecht. |
| DJ / elektronische Musik / mehr Low-End | 2c | Die Center-MTL-4 liefern zusätzliches Fundament unter ca. 80–100 Hz. |
| Gemischtes Stadtfest | 2a oder 2c | 2a ist einfach und direkt. 2c bietet mehr Flexibilität und Tiefbassreserve, benötigt aber externen DSP. |
| Open-Air ca. 1’300–3’300 Personen | 2a, 2b oder 2c | Akustische Auswahlgrösse innerhalb der MTH-4-Abdeckung; Medium bringt gegenüber Small primär mehr Tieftonreserve und Bassflexibilität. |
11. Elektrisch-akustische Grundlagen
11.1 Wellenlänge
λ = c / f c = ca. 343 m/s f = Frequenz in Hz
| Frequenz | Wellenlänge | Bedeutung für MT-4 |
|---|---|---|
| 80 Hz | ca. 4.3 m | Center-Sub-Anordnungen sind noch relativ gutmütig. |
| 100 Hz | ca. 3.4 m | Für Center-Zusatzsubs noch gut beherrschbar. |
| 160 Hz | ca. 2.15 m | Sub/Top-Abstand wird relevant; lokale Zuordnung wird wichtig. |
| 250 Hz | ca. 1.37 m | Mehrere Quellen erzeugen schnell hörbare Interferenzen. |
11.2 Kopplung mehrerer Subwoofer
- 2 kohärente Subwoofer können unter günstigen Bedingungen bis zu +6 dB gegenüber einem einzelnen Subwoofer liefern.
- 4 kohärente Subwoofer können unter günstigen Bedingungen bis zu +12 dB gegenüber einem einzelnen Subwoofer liefern.
- In der Praxis ist der nutzbare Gewinn abhängig von Abstand, Frequenz, Boden, Publikum, Aufstellung, Verstärkerleistung und Limiting.
11.3 Richtcharakteristik horizontal vs. vertikal
- Vertikal gestackte MTL-4: geringere horizontale Ausdehnung der Quelle, tendenziell gutmütiger in der Publikumsebene im oberen Bassbereich.
- Horizontal gestackte MTL-4: grössere horizontale Quellbreite, tendenziell mehr Richtungseffekt und positionsabhängigerer Punch bei 100–160 Hz.
- Hybrid mit Center: L/R übernimmt die Richtungs- und Punchinformation, Center ergänzt nur tiefe, weniger ortbare Frequenzen.
11.4 Center-Subs bei hoher Sub/Top-Trennung
Ein Center-Subcluster kann den Tiefbass homogener und kräftiger machen. Wenn Center-Subs jedoch bis in den Bereich um 150–160 Hz spielen, können Laufzeit-, Lokalisations- und Interferenzprobleme gegenüber den links/rechts stehenden MTH-4 entstehen. Deshalb sollten zusätzliche Center-MTL-4 bei Variante 2c nur als tiefe Ergänzung betrieben werden.
- L/R MTL-4 übernehmen den oberen Bass- und Punchbereich bis zur Systemtrennung.
- Center-MTL-4 ergänzen nur den Tiefbassbereich unter ca. 80–100 Hz.
- Delay, Polarität und Pegel der Center-MTL-4 müssen messtechnisch kontrolliert werden.
11.5 Warum Frontfill-Lautsprecher trotz mehr MTL-4 sinnvoll bleiben
Zusätzliche MTL-4 verbessern Headroom, Fundament und Bassverteilung. Sie verbessern jedoch nicht die Abdeckung im Bereich von ca. 2–8 kHz in der vorderen Bühnenmitte. Genau dort entstehen bei grösserer Bühnenbreite die typischen Verluste in Präsenz, Artikulation und Sprachverständlichkeit. Die Frontfill-Lautsprecher ergänzen diesen Bereich gezielt.
11.6 Laufzeit
1 m Laufzeitdifferenz ≈ 2.9 ms Delay = Distanzdifferenz / 343 m/s
Frontfills werden normalerweise verzögert, weil sie näher beim Publikum stehen als die MTH-4. Center-Zusatzsubs werden abhängig von ihrer Position gegenüber den L/R-Subs verzögert oder zeitlich angepasst.
14. Kurzfazit
Variante 2a: je 2 × MTL-4 vertikal links/rechts. Sehr gute Standardlösung mit klassischem L/R-Punch und klarer Sub/Top-Zuordnung.
Variante 2b: je 2 × MTL-4 horizontal links/rechts. Mechanisch niedrige, stabile und sehr praxistaugliche Lösung bei geflogenen MTH-4, mit kräftigem Punch und horizontal stärker frequenz-/positionsabhängigem oberem Bassbereich.
Variante 2c: je 1 × MTL-4 links/rechts plus 2 × Center-MTL-4 tief getrennt. Flexibelste Lösung mit zusätzlichem Low-End-Fundament. L/R bleibt für Punch zuständig, Center nur für Fundament unter ca. 80–100 Hz.
Frontfill-Lautsprecher: ab ca. 6–8 m Bühnenbreite sinnvoll und ab ca. 10 m klar empfohlen, um Sprache, Vocals und Präsenz in der vorderen Bühnenmitte zu stabilisieren.
6.3. MT4 Large – technische PlanungTechnische Planung anzeigen
Vollständige technische Planungsunterlagen für MT4 Large mit Tabellen, Skizzen, Startwerten, Grundlagen und Referenzen.
Dieses Setupdatenblatt beschreibt die vollständige MT4_large-Variante als öffentliches Nachschlagewerk mit Material, Anwendung, Zonenaufteilung, Frontfills, Bass-Varianten und akustischen Grundlagen.
- 4 × Electro-Voice MTH-4 Tops
- 4 × Electro-Voice MTL-4 Low-Frequency-Systeme
- 2 × Electro-Voice Frontfill-Lautsprecher als Frontfills für Sprache, Vocals und vordere Bühnenmitte
- MT-4-Systemprocessing im Allen & Heath AHM-16 als Ersatz des originalen MTX-4
- externem DSP für Frontfill-Lautsprecher und gegebenenfalls Zonen-/Outfill-Processing
Diese Unterlage bezieht sich auf ein Electro-Voice MT-4/MT-4-System mit MTH-4 Topteilen, MTL-4 Low-Frequency-Systemen und MTX-4/MTX-4-Systemlogik. Für die Aufstellung sind vor allem die Systemtrennung MTL-4/MTH-4 bei ca. 160 Hz sowie die weitere MT-Systemverarbeitung bei ca. 1.6 kHz und 10 kHz relevant.
1. Grundsatz: Mehr Tops sind Abdeckung, nicht Pegelverdopplung
Vier MTH-4 sollten nicht einfach deckungsgleich auf dieselbe Publikumszone abstrahlen. Der Mehrwert entsteht, wenn jedes Top eine definierte Zone beschallt: Main, Outfill, Longthrow oder Downfill. Dadurch werden Breite, Reichweite und Headroom verbessert, ohne unnötige Kammfilter, Nebenkeulen und Lobing im Mittel-/Hochton zu erzeugen. Besonders kritisch ist überlappende, gleichzeitige Abstrahlung mehrerer räumlich getrennter Tops in denselben Frequenz- und Hörbereich.
Zwei MTH-4 pro Seite exakt auf gleicher Achse auf dieselbe Zone, starkes Über-Kreuz-Beschallen von links nach rechts oder mehrere Tops ohne klare Zonenaufteilung. Diese Varianten erzeugen wenig kontrollierbaren Mehrwert und erhöhen Interferenzprobleme im relevanten Sprach- und Präsenzbereich.
2. Empfohlene Szenarien
| Szenario | Top-Anordnung | Geeignet für | Empfohlene Fläche | Publikumsmenge |
|---|---|---|---|---|
| A: Breites Open-Air / Main + Outfill | Je Seite 1 Main-MTH-4 nach innen/mittig und 1 Outfill-MTH-4 nach aussen gesplayed | Breite Plätze, Stadtfeste, Open-Air-Bühnen | ca. 60–85 m breit × 45–55 m tief | ca. 2’200–5’600 Personen |
| B: Schmal/tief / Longthrow + Downfill | Je Seite 1 oberes Longthrow-Top und 1 unteres Downfill-Top mit vertikaler Winkeltrennung | Lange Zelte, Hallen, schmale tiefe Open-Air-Flächen | ca. 35–50 m breit × 60–70 m tief | ca. 1’700–4’200 Personen |
| C: Hybrid-Bass + breite Tops | Main + Outfill pro Seite, Sub-Hybrid: L/R-Punch plus Center-Low-Bassmodule | Gemischtes Open-Air mit Liveband und DJ-Anteil | ca. 60–85 m breit × 45–55 m tief | ca. 2’200–5’600 Personen |
3. Szenario A: Breites Open-Air – Main + Outfill pro Seite
Empfohlenes breites Open-Air-Setup
Main und Outfill treffen sich idealerweise an ihren -6-dB-Rändern. Die Tops sollen nicht deckungsgleich in dieselbe Zone abstrahlen.
Empfohlene Winkel und Ausrichtung
| Element | Startwert | Praxisziel |
|---|---|---|
| Main-MTH-4 links/rechts | 0–10° nach innen | Hauptbereich mittig bis FOH, bevorzugt ca. 10–55 m vor der Bühne. |
| Outfill-MTH-4 links/rechts | 35–55° nach aussen relativ zum Main | Aussenbereiche bis zur gleichen bevorzugten Tiefe abdecken, ohne stark in die Mitte zu überlappen. |
| Gesamtsplay pro Seite | ca. 45–60° zwischen Main- und Outfill-Achse | Übergang über -6-dB-Kanten, nicht über Achsenkreuzung. |
| Outfill-Pegel | -3 bis -6 dB gegenüber Main | Outfill soll die Seite ergänzen, nicht das Hauptsystem überstrahlen. |
| Outfill-Delay | vor Ort messen | Auf Übergangszone Main/Outfill abstimmen. |
4. Szenario B: Schmal und tief – Longthrow + Downfill pro Seite
Vertikale Zonenaufteilung für tiefe Flächen
Die übereinander montierten MTH-4 dürfen nicht auf dieselbe Achse zielen. Ein Top arbeitet als Longthrow, das zweite als Downfill.
Empfohlene Höhen und Winkel
| Element | Startwert | Praxisziel |
|---|---|---|
| Longthrow-MTH-4 | akustisches Zentrum ca. 3,5–5,0 m Höhe | Zielpunkt ca. 50–65 m vor der Bühne; bis ca. 70 m bevorzugter Grenzbereich. |
| Downfill-MTH-4 | akustisches Zentrum ca. 2,5–4,0 m Höhe | Zielbereich ca. 10–35 m vor der Bühne, stärkere Neigung nach unten. |
| Vertikale Winkeltrennung | ca. 12–20° zwischen den Achsen | Überlappung reduzieren, Zonen klar trennen. |
| Downfill-Pegel | -3 bis -6 dB gegenüber Longthrow | Nah-/Mittelbereich ergänzen, ohne vorn zu aggressiv zu werden. |
| Frontfill-Lautsprecher | an Bühnenkante, leicht nach unten/in die Mitte | 0–8 m Nahbereich und vordere Mitte. |
5. Bass-Setups zu 4 × MTH-4
| Subwoofer-Variante | Empfehlung | Charakter |
|---|---|---|
| 2 × MTL-4 links / 2 × MTL-4 rechts, vorzugsweise vertikal gestackt oder kompakt blockiert | Standard für Live, Rock, Pop | Starker L/R-Punch und gute Anbindung an MTH-4 bei 160 Hz. Bei vertikalem Stack entsteht zusätzliche Interferenz-/Bündelungswirkung überwiegend vertikal; die horizontale Publikumsebene bleibt pro Seite vergleichsweise gutmütig. |
| 2 + 2 horizontal links/rechts | Sehr gut bei geflogenen oder separat erhöhten Tops | Niedrige Bauhöhe und stabile Mechanik. Im oberen Bassbereich vergrössert sich aber die horizontale Apertur pro Seite; dadurch können horizontale Bündelung, Nebenkeulen und positionsabhängigerer Punch entstehen. |
| Hybrid: 1 links / 1 rechts + 2 Center tief getrennt | Für DJ-Anteil oder mehr Fundament | L/R bleibt für Punch bis ca. 160 Hz zuständig; Center nur 35–80/100 Hz. |
Für Szenario A ist 2+2 L/R am einfachsten und musikalisch sehr direkt. Für Szenario C kann Hybrid sinnvoll sein: L/R-MTL-4 normal betreiben, die zwei Center-MTL-4 mit ca. 80–90 Hz LR24 tief trennen und ca. -6 dB unter L/R starten.
Für Szenario A ist 2+2 L/R am einfachsten und musikalisch sehr direkt. Für Szenario C kann Hybrid sinnvoll sein: L/R-MTL-4 normal betreiben, die zwei Center-MTL-4 mit ca. 80–90 Hz LR24 tief trennen und ca. -6 dB unter L/R starten.
Subwoofer-Anordnung in der horizontalen Publikumsebene
Schematische Draufsicht, keine Messung: Horizontal nebeneinander gestellte MTL-4 vergrössern die horizontale Apertur und beeinflussen deshalb im oberen Bassbereich besonders die Publikumsebene. Vertikal gestackte MTL-4 liegen in der Draufsicht enger beieinander; ihre zusätzliche Richt-/Interferenzwirkung entsteht überwiegend vertikal.
Eine horizontale 2+2-Aufstellung ist mechanisch attraktiv, aber nicht automatisch gleichmässiger „breit“. Sie erzeugt pro Seite eine grössere horizontale Quelle. Unterhalb von ca. 80–100 Hz ist das wegen der langen Wellenlängen meist gutmütig; gegen 160 Hz wird die horizontale Geometrie deutlich relevanter. Für einen möglichst stabilen Punchbereich im Publikum ist die vertikale/kompakte L/R-Aufstellung oft gutmütiger, während die horizontale Aufstellung bei geflogenen Tops vor allem mechanisch und logistisch Vorteile hat.
6. Frontfill-Lautsprecher Frontfills
Auch mit vier MTH-4 bleiben Frontfill-Lautsprecher sinnvoll. Zusätzliche MTH-4 erweitern Reichweite und Breite, lösen aber nicht automatisch das Präsenzloch direkt vor der Bühnenmitte.
| Bühnenbreite | Empfehlung | Kommentar |
|---|---|---|
| 6–8 m | 1–2 × Frontfill-Lautsprecher | Bei Sprache und Vocals sehr sinnvoll. |
| 8–12 m | 2 × Frontfill-Lautsprecher klar empfohlen | Vordere Mitte braucht gezielte Präsenz-/Sprachunterstützung. |
| >12 m | 2 × Frontfill-Lautsprecher plus Nearfills prüfen | Bei sehr breiter Bühne werden zusätzliche Nahbereichsquellen relevant. |
Frontfill-Lautsprecher Startsetup
- Signal: Mono-Summe oder eigener Vocal-/Speech-lastiger Fill-Mix.
- Highpass: 150 Hz LR24, bei starker Bodenkopplung 180 Hz LR24.
- EQ: 250 Hz -3 dB Q1.2, 3.15 kHz -2 dB Q1.5 als Startpunkt.
- Pegel: -8 bis -12 dB gegenüber Main; Startwert -10 dB.
- Delay: auf MTH-4 im Bereich 1–4 kHz abstimmen, typischer Startwert 5–8 ms bei 8–12 m Bühne.
7. Arealgrössen, Pegel und Publikumsbereiche
| Setup | Empfohlene Fläche | Publikumsmenge | Beste Bereiche | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Szenario A: Main + Outfill, 2+2 L/R-Bassmodule | ca. 60–85 m breit × 45–55 m tief | ca. 2’200–5’600 | ca. 10–55 m vor der Bühne, Main- und Outfill-Zonen | Breitengewinn durch getrennte Zonen; kein pauschaler Pegelgewinn innerhalb einer Zone. |
| Szenario B: Longthrow + Downfill, 2+2 L/R-Bassmodule | ca. 35–50 m breit × 60–70 m tief | ca. 1’700–4’200 | ca. 8–35 m Downfill, ca. 30–70 m Longthrow | Tiefengewinn durch vertikale Zonenaufteilung; ab rund 60 m bleibt die Versorgung wetterabhängig. |
| Szenario C: Main + Outfill, Hybrid-Bass | ca. 60–85 m breit × 45–55 m tief | ca. 2’200–5’600 | ca. 10–55 m, breite Zonen mit zusätzlichem Low-End | Gleiche A-bewertete Topreichweite wie Szenario A; Hybrid-Bass erhöht primär das Tiefbassfundament. |
Die Personenzahlen sind akustische Auswahlwerte aus der nutzbaren Bruttofläche mit ungefähr 0,8–1,2 Personen/m². Sie sind keine zulässigen Belegungszahlen; Fluchtwege, Möblierung und Sicherheitskonzept sind separat festzulegen.
Erwartbare Pegelbereiche
| Entfernung | Erwartbarer nutzbarer Pegel | Bewertung |
|---|---|---|
| 3–5 m | ca. 116–123 dB(A) | Hochpegelbereich; stark von Frontfill, Zonenlage und Bühnengeometrie abhängig. |
| 10 m | ca. 109–112 dB(A) | Hochpegelbereich; sehr hohe Reserve, Stundenpegel entsprechend begrenzen. |
| 20 m | ca. 103–106 dB(A) | Hochpegelbereich; hohe Direktheit und Dynamikreserve. |
| 30 m | ca. 99–102 dB(A) | Hochpegelbereich; Main-, Downfill- oder Longthrow-Zone nach Geometrie. |
| 40 m | ca. 96–99 dB(A) | Hochpegelbereich; guter Hauptpublikums- und FOH-Bereich. |
| 50 m | ca. 94–97 dB(A) | Hochpegelbereich; tatsächlichen LAeq,1h separat überwachen. |
| 60 m | ca. 92–95 dB(A) | Bevorzugt bis Hochpegel; wetter- und achsenabhängig. |
| 70 m | ca. 90–93 dB(A) | Bevorzugter Grenzbereich; Longthrow-Ausrichtung und Delay-Line prüfen. |
| 80 m | ca. 88–91 dB(A) | Eingeschränkt nutzbar; für das Hauptpublikum Delay-Line vorsehen. |
Die Pegelwerte gelten je eindeutig zugeordneter MTH-4-Zone. Main und Outfill beziehungsweise Longthrow und Downfill werden nicht als flächendeckender Pegelgewinn addiert. Der Nutzen der vier MTH-4 liegt in grösserer kontrollierter Abdeckung und gleichmässigerer Verteilung.
8. Technische Grundlagen
8.1 Warum gleiche Achse problematisch ist
Wenn zwei MTH-4 mit demselben Signal in dieselbe Zone strahlen, entstehen im Mittel-/Hochtonbereich starke Laufzeit- und Phasenunterschiede. Bei 1.6 kHz beträgt die Wellenlänge nur ca. 21 cm; bereits kleine Abstände zwischen Quellen erzeugen deutliche Lobes und Kammfilter.
8.2 Zonenprinzip
- Ein MTH-4 pro Zone.
- Überlappungen nur an den Rändern, nicht auf Achse.
- Pegel-Shading: Outfill oder Downfill meist -3 bis -6 dB gegenüber Main/Longthrow.
- Delay: immer in der Übergangszone messen und nicht nur geometrisch raten.
8.3 Laufzeit
1 m Laufzeitdifferenz ≈ 2.9 ms Delay = Distanzdifferenz / 343 m/s
8.4 Subwoofer-Richtwirkung horizontal vs. vertikal
Mehrere kohärente Subwoofer bilden eine grössere akustische Quelle. Die zusätzliche Richtwirkung entsteht überwiegend in jener Ebene, in der die Quellen räumlich auseinandergezogen werden. Bei vertikal gestackten MTL-4 ist das hauptsächlich die vertikale Ebene; bei horizontal nebeneinanderstehenden MTL-4 ist es hauptsächlich die horizontale Publikumsebene.
| Frequenz | Wellenlänge bei c ≈ 343 m/s | Bedeutung für 4 × MTL-4 |
|---|---|---|
| 80 Hz | ca. 4.3 m | Grosse Wellenlänge; kompakte Subblöcke koppeln meist gutmütig. |
| 100 Hz | ca. 3.4 m | Geometrie beginnt stärker mitzuwirken, bleibt aber oft noch beherrschbar. |
| 160 Hz | ca. 2.15 m | Systemtrennung MTL-4/MTH-4; horizontale/vertikale Anordnung und Laufzeiten werden deutlich hörbar. |
Daraus folgt: Zwei MTL-4 nebeneinander pro Seite erzeugen nicht einfach nur eine „breitere“ Bassabdeckung, sondern eine grössere horizontale Apertur mit frequenzabhängiger horizontaler Bündelung und Nebenkeulen. Zwei MTL-4 übereinander pro Seite behalten in der Draufsicht eine schmalere Quelle und beeinflussen eher die vertikale Ebene.
11. Kurzfazit
Beste Allround-Lösung: Main + Outfill pro Seite, 2 × Frontfills vorne und 4 × MTL-4 als kompaktes L/R-Basssystem. Bevorzugter Planungsbereich ca. 60–85 m Breite × 45–55 m Tiefe.
Beste Tiefen-Lösung: Longthrow + Downfill pro Seite. Bevorzugter Planungsbereich ca. 35–50 m Breite × 60–70 m Tiefe; ab rund 60 m wetter- und achsenabhängig, Delay-Line prüfen.
Beste Low-End-Lösung: Main + Outfill mit Hybrid-Subs. L/R übernimmt Punch bis zur MT-4-Systemtrennung, Center übernimmt nur Low-End unter ca. 80–100 Hz.
Wichtigste Regel: Mehr MTH-4 nicht deckungsgleich addieren, sondern als definierte Zonen verwenden.
7. Weiterführende Informationen
MT-4 kennenlernen
Klangcharakter, Musikrichtungen, Einsatzbereiche und Systemvarianten im Überblick.
MT-4 mieten
Verfügbare Systemgrössen und direkte Anfrage im Mietkatalog.
Frontfill-Lautsprecher Kompakt-PA
Eigenständiges Kompaktsystem und mögliche Frontfill-Ergänzung.
Quellen und GrundlagenHerstellerdaten und fachliche Referenzen anzeigen
Die technischen Daten, Systemgrenzen und Planungsgrundlagen dieses Artikels stützen sich auf die folgenden Herstellerunterlagen und Fachreferenzen. Variantenkennzeichnungen werden hier zur eindeutigen Zuordnung der Quelldokumente genannt; in der allgemeinen Systemdarstellung werden die Komponenten als MTL-4 und MTH-4 bezeichnet.
Herstellerunterlagen zum MT-4-System
- Electro-Voice, MTH-4A Engineering Data Sheet: Frequenzbereich 150 Hz–20 kHz; empfohlene Trennfrequenzen 160 Hz, 1,6 kHz und 10 kHz; Langzeitbelastbarkeit 1 200/240/100 W für Midbass/Mittelton/Hochton; Spitzenbelastbarkeit 4 800/960/400 W bei 10 ms; frequenzbandbezogene SPL-Werte; 60° × 40° Abstrahlung; Directivity Factor Q = 23,3; Directivity Index Di = 13,6 dB; Abmessungen und Nettogewicht.
- Electro-Voice, MTL-4A Engineering Data Sheet: Frequenzbereich 40–225 Hz; −3-dB-Punkt bei 40 Hz; nutzbare Untergrenze 32 Hz; 1 600 W Langzeit- und 6 400 W Spitzenbelastbarkeit bei 10 ms; 134 dB SPL langfristig und 140 dB SPL kurzzeitig; Abstrahlwinkel, Directivity Factor Q = 2,84; Directivity Index Di = 4,5 dB; Abmessungen und Nettogewicht.
- Electro-Voice, MTX-4A Engineering Data Sheet und Systemunterlagen: aktives Vierweg-Systemprocessing mit Linkwitz-Riley-Filtern 24 dB/Oktave bei 160 Hz, 1,6 kHz und 10 kHz; systembezogene Entzerrung und Laufzeitkorrektur; 32-Hz-Hochpass zum Schutz der Tieftonmodule.
- Electro-Voice, MT Flying Manual: mechanische und sicherheitsrelevante Vorgaben für Rigging, Aufhängung, Winkelung und Kombination der MT-Systemgehäuse. Für jede geflogene Anwendung ist die zum vorhandenen System passende Originalausgabe verbindlich.
Elektroakustische Grundlagen
- Mark S. Ureda, „Line Arrays: Theory and Applications“, AES Convention Paper 5304, 2001: Grundlagen der Richtwirkung ausgedehnter Quellen und Abgrenzung realer Lautsprecheranordnungen von idealen Linienquellen.
- Mark S. Ureda, „Analysis of Loudspeaker Line Arrays“, Journal of the Audio Engineering Society, Vol. 52, No. 5, 2004: Einfluss von Quellenabstand, Arraylänge, Winkelung und Frequenz auf Hauptkeulen, Nebenkeulen und Interferenz.
- Bill Webb / Jason Baird, Martin Audio, „Advances in Line Array Technology for Live Sound“: praxisorientierte Einordnung von Arraygeometrie, Elementabstand, Wellenlänge und vertikaler Richtwirkung.
- Pat Brown, ProSoundTraining, „Line Array Realities“, 2023: Nah- und Fernfeld realer Quellen, frequenzabhängige Kopplung sowie Grenzen vereinfachter Aussagen zur Zylinderwelle.
avitech-Systembasis und Planung
- Dokumentierte avitech-Konfigurationen MT4 Small, Medium und Large: Bestückung, Systemaufteilung und vorgesehene Aufgaben der einzelnen Varianten.
- avitech Planungs-, Aufbau- und Messerfahrung: Aufstellung, Abdeckungszonen, Bassanordnung, Frontfill- und Delay-Einsatz sowie die Trennung zwischen theoretischer Grenzreichweite und bevorzugtem Einsatzbereich.
- Projektbezogene Prüfung: Tabellen-, Distanz- und Pegelwerte sind Planungswerte. Polarität, Laufzeit, Übergänge, Pegelrelationen und tatsächliche Abdeckung sind nach dem Aufbau am Einsatzort zu messen und zu beurteilen.
Gesundheitsschutz und Schweizer Rechtsgrundlagen
- Bundesamt für Gesundheit BAG, V-NISSG – Informationen für Veranstalter: Schweizer Anforderungen für Veranstaltungen mit Schall; zusätzliche Pflichten bei einem Stundenpegel über 93 dB(A), maximal zulässige Stunden- und Spitzenpegel sowie Schutz des Publikums.
- Suva, Gehörschutz und Lärm am Arbeitsplatz: Arbeitsmedizinische Beurteilung der Lärmexposition; Praxisregel für konsequenten Gehörschutz ab 85 dB(A) Expositionspegel.
Änderungslog
- 2.1 · 23.08.2026: Gesamtgliederung berichtigt; technische Referenz in «Systemkomponenten» integriert; Komponenten- und Frontfill-Darstellung vereinheitlicht; Belastbarkeiten, Abstrahlung und Direktivitätswerte präzisiert; Pegel- und Abdeckungsgrundlagen neu geordnet; vollständige Quellenbasis in einer standardmässig geschlossenen Quellenkachel zusammengeführt.
- 1.3 · 06.08.2026: Systemreferenz um den Vergleich von Small, Medium und Large sowie die wesentlichen Planungsgrundlagen zu Aufstellung, Bassanordnung und Frontfills erweitert.