Electro-Voice MT-4 – Systemaufbau, Abstrahlung und Aufstellung

Zentrale technische Referenz für das modulare Concert-Sound-System Electro-Voice MT-4 und die avitech-Konfigurationen Small, Medium und Large.

AV000031Version 1.0Stand 06.08.2026Öffentlich

Inhalt

  1. Einordnung und Systemfamilie
  2. Systemkomponenten
  3. Abstrahlung und Aufstellung
  4. Small, Medium und Large
  5. Subwoofer-Anordnung
  6. Frontfill mit SH-1512
  7. Planungsgrundsätze
  8. Marketing- und Mietseiten
  9. Variantenspezifische technische Dokumentation
  10. MT4 Small – technische Planung
  11. MT4 Medium – technische Planung
  12. MT4 Large – technische Planung

1. Systemkonzept und Einsatz

Das Electro-Voice MT-4 ist ein modulares Concert-Sound-System für leistungsfähige Live-, Musik- und Eventbeschallungen. MTH-4-Horn-Topteile, MTL-4-Tieftonmodule und optional eingesetzte SH-1512-Frontfills lassen sich entsprechend Publikumsfläche, Bühnengeometrie und gewünschter Schallverteilung kombinieren.

Die avitech-Konfigurationen Small, Medium und Large decken unterschiedliche Anforderungen an Tieftonreserve, Reichweite und Anzahl der Abdeckungszonen ab. Entscheidend ist nicht allein die Anzahl der Lautsprecher, sondern deren eindeutige akustische Aufgabe innerhalb des Gesamtsystems.

Die Auswahl der Konfiguration erfolgt projektbezogen anhand von Fläche, Publikumsgrösse, Bühnenbreite, Musikprogramm, Stellmöglichkeiten und gewünschter Pegelreserve.

2. Systemkomponenten

KomponenteFunktionPlanungsrelevanz
MTH-4Horn-Topteil für Mittel-/HochtonAbdeckung, Reichweite, Flughöhe und Winkel bestimmen
MTL-4TieftonmodulAnzahl und Anordnung nach Fläche und gewünschter Bassverteilung
SH-1512Kompaktes Fullrange-SystemOptional als Center- oder Frontfill für den Nahbereich
Endstufen / ProcessingAntrieb und SystemabgleichReserve, Schutz, Pegel- und Laufzeitanpassung

3. Abstrahlung und Aufstellung

Mehr Topteile sind primär ein Werkzeug zur Abdeckung unterschiedlicher Publikumszonen und nicht automatisch eine Verdopplung des nutzbaren Pegels. Ausrichtung, Höhe und Winkel müssen so gewählt werden, dass Haupt-, Nah- und gegebenenfalls Aussenbereiche kontrolliert versorgt werden.

  • Horizontale Aufteilung: Main und Outfill für breite Flächen.
  • Vertikale Aufteilung: Longthrow und Downfill für tiefe Flächen.
  • Überlappungen so begrenzen, dass keine unnötigen Interferenzzonen entstehen.
  • Frontfill nur dort einsetzen, wo die Hauptsysteme den unmittelbaren Bühnenrand nicht ausreichend erreichen.

4. Konfigurationen Small, Medium und Large

Die drei Mietvarianten bilden eine abgestufte Systemfamilie. Die Auswahl erfolgt nach Fläche, gewünschter Tieftonreserve, Anzahl der benötigten Abdeckungszonen und Frontfill-Bedarf.

VarianteGrundbestandPlanerischer SchwerpunktKundenseite
MT4 Small2 × MTH-4, 2 × MTL-4Klarer L/R-Grundaufbau; optionales SH-1512-FrontfillKonfiguration öffnen
MT4 Medium2 × MTH-4, 4 × MTL-4Mehr Tieftonreserve und mehrere BassanordnungenKonfiguration öffnen
MT4 Large4 × MTH-4, 4 × MTL-4Main/Outfill oder Longthrow/Downfill für mehrere AbdeckungszonenKonfiguration öffnen

Small

Small ist der kompakte Einstieg. Ein MTH-4/MTL-4-System pro Seite bildet die Hauptabdeckung. SH-1512 wird nur ergänzt, wenn der unmittelbare Bereich vor der Bühne nicht ausreichend erreicht wird. Die Variante bleibt bewusst einfach und eignet sich nicht für mehrere getrennte Fern- und Nahzonen.

Medium

Medium erweitert die Tieftonsektion auf vier MTL-4. Damit werden L/R-, Center- und hybride Basskonzepte möglich. Die Entscheidung zwischen vertikaler, horizontaler oder zentraler Anordnung richtet sich nach Stellfläche, Bühnenbreite und gewünschter Verteilung. Die zusätzlichen Subwoofer ersetzen keine getrennte Topteil-Abdeckungszone.

Large

Large verwendet vier MTH-4 und vier MTL-4. Die zusätzlichen Topteile dienen primär der kontrollierten Zonenaufteilung: bei breiten Flächen als Main/Outfill, bei tiefen Flächen als Longthrow/Downfill. Gleiche Achsen ohne klare Zonenaufgabe sind zu vermeiden, weil Überlappungen Interferenzen und ungleichmässige Abdeckung begünstigen.

5. Subwoofer-Anordnung

Die MTL-4-Anordnung beeinflusst Homogenität, Reichweite und räumliche Verteilung. Links/rechts angeordnete Gruppen unterstützen eine klassische Systemgeometrie; Center- oder Hybridanordnungen können die Tieftonverteilung in der Publikumsfläche verändern. Die Wahl ist von Bühnenbreite, Publikumstiefe, Sperrflächen und gewünschtem Klangbild abhängig.

Praxisgrenze: Abstände, Laufzeiten und Polarität sind vor Ort messtechnisch zu kontrollieren. Tabellenwerte und Startpositionen ersetzen keinen Systemabgleich.

6. Frontfill mit SH-1512

SH-1512 kann den unmittelbaren Nahbereich vor der Bühne ergänzen. Der Pegel bleibt gegenüber dem Hauptsystem zurückgenommen; die Laufzeit wird auf die Hauptabstrahlung bezogen. Ziel ist eine geschlossene räumliche Wahrnehmung ohne hörbar separates Frontfill.

  • Anwendung nur bei realer Nahbereichslücke.
  • Pegel und Delay als Startwerte betrachten und vor Ort abstimmen.
  • Direktschall auf Mikrofon- und Bühnenbereiche begrenzen.

7. Planungsgrundsätze

  1. Publikumsfläche und Bühnengeometrie erfassen.
  2. Abdeckungszonen statt allein Gesamtpegel definieren.
  3. Small, Medium oder Large nach Fläche und Reserve wählen.
  4. Bassanordnung und Stellflächen gemeinsam planen.
  5. Frontfill-Bedarf separat beurteilen.
  6. Nach Aufbau Pegel, Polarität, Laufzeit und Abdeckung messtechnisch kontrollieren.
Mess- und Hörkontrolle: Nach dem mechanischen Aufbau werden Polarität, Übergänge, Laufzeiten, Pegelrelationen und die tatsächliche Abdeckung kontrolliert. Rechen- und Tabellenwerte sind Startwerte, keine Abnahme des aufgebauten Systems.

8. Weiterführende Informationen

MT-4 kennenlernen

Klangcharakter, Musikrichtungen, Einsatzbereiche und Systemvarianten im Überblick.

MT-4 mieten

Verfügbare Systemgrössen und direkte Anfrage im Mietkatalog.

9. Variantenspezifische technische Dokumentation

Die folgenden Abschnitte enthalten die vollständigen Planungsinformationen der drei MT-4-Konfigurationen. Dazu gehören Aufstellungsskizzen, Tabellen zu Bühnenbreite, Höhe, Winkel, Distanz, Delay-Startwerten, Areal- und Publikumsgrössen, erwartbaren Schalldruckbereichen sowie die dazugehörigen elektroakustischen Grundlagen.

Planungswerte: Alle Zahlen sind Start- und Erfahrungswerte. Vor der Veranstaltung sind Aufstellung, Polarität, Übergänge, Laufzeiten, Pegelverhältnisse und Abdeckung am realen Aufbau zu prüfen.
10. MT4 Small – technische PlanungTechnische Planung anzeigen

Vollständige technische Planungsunterlagen für MT4 Small mit Tabellen, Skizzen, Startwerten, Grundlagen und Referenzen.

Dieses Setupdatenblatt beschreibt die vollständige MT4_small-Variante als öffentliches Nachschlagewerk mit Material, Anwendung, Frontfill-Einsatz, Richtwerten und akustischen Grundlagen.

  • links: 1 × MTL-4 Low-Frequency-System + 1 × MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-System
  • rechts: 1 × MTL-4 Low-Frequency-System + 1 × MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-System
  • optional 1–2 × Electro-Voice SH-1512 als Center-/Frontfill für Sprache, Vocals und die vordere Bühnenmitte
  • MT-4-Systemprocessing im Allen & Heath AHM-16 als Ersatz des originalen MTX-4
  • externem DSP für SH-1512 Frontfills, da die AHM-16-Ausgänge durch das 4-Wege-MT-4-System belegt sind
Geltungsbereich:
Diese Unterlage bezieht sich auf ein Electro-Voice MT-4/MT-4A-System mit je einem MTH-4 Topteil und einem MTL-4 Low-Frequency-System pro Seite. Für die Aufstellung sind vor allem die Systemtrennung MTL-4/MTH-4 bei ca. 160 Hz sowie die weitere MT-Systemverarbeitung bei ca. 1.6 kHz und 10 kHz relevant.

1. Systemgrundlage MT-4

Das Electro-Voice MT-4-System besteht aus dem MTL-4 Low-Frequency-System und dem MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-System. Der MTL-4 ist für ca. 40–225 Hz spezifiziert, mit 40 Hz als 3-dB-Down-Punkt und 32 Hz als 10-dB-Down-Punkt. Der MTH-4 arbeitet als horngeladenes Midbass/Midrange/High-Frequency-System. Die MTX-4/MTX-4A-Systemtrennungen liegen bei ca. 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz.

Die relativ hohe Trennung zwischen MTL-4 und MTH-4 bei ca. 160 Hz ist für die Aufstellung wichtig. Der Bereich 100–180 Hz enthält einen grossen Teil des wahrgenommenen Punchs von Kickdrum, Bassgitarre, Toms und tiefen Instrumentenanteilen. Deshalb sollte das Basis-Setup links/rechts mit Sub und Top lokal zusammenhängend aufgebaut oder zeitlich sehr sauber abgestimmt werden.

2. Grundaufstellung mit 2 × MT-4

Basis-Setup L/R mit optionalem SH-1512 Frontfill

2 × MT-4 L/R, Tops geflogen/erhöht, optional SH-1512 Frontfill Bühne Publikumsbereich MTH MTL L MTH MTL R SH-1512 optional Center-/Frontfill Bühnenbreite / Top-Abstand Publikumstiefe
MTH-4 MTL-4 SH-1512 Top-Abdeckung schematisch Frontfill-Zone

Schematische Darstellung, nicht massstäblich. Die MTH-4 werden auf den Hauptpublikumsbereich ausgerichtet; SH-1512 ergänzen gezielt den Nahbereich und die vordere Bühnenmitte.

Parameter Empfehlung Kommentar
Ideale Bühnenbreiteca. 5–8 mGute Balance zwischen L/R-Basis, Mitte und Frontfill-Bedarf.
Maximal sinnvolle Bühnenbreiteca. 10 mDann sind Frontfills klar empfohlen; ohne Fill entsteht vorne mittig ein Präsenzloch.
Publikumsbreite idealca. 20–30 mAbhängig von Top-Winkel, Bühne, Höhe und Publikumsgeometrie.
Publikumstiefe idealca. 30–45 mFür Rock/Pop ohne Delay-Line ein realistischer Arbeitsbereich.
Maximal ohne Delay-Lineca. 45–55 mFür Sprache oder Hintergrund auch mehr möglich; für druckvolle Live-Musik wird es hinten begrenzt.
Akustischer Hinweis zum kleinen L/R-Setup:
Bei MT4_small gibt es pro Seite nur einen MTL-4. Daher entsteht keine zusätzliche Subwoofer-Richtwirkung durch vertikales oder horizontales Stacken wie bei medium/large. Kritisch bleibt aber der Abstand zwischen linker und rechter Bassquelle sowie die Kopplung zum jeweiligen MTH-4 bei der relativ hohen Systemtrennung um 160 Hz. Für stabilen Punch sollten MTL-4 und MTH-4 pro Seite lokal zusammenhängend positioniert und zeitlich sauber abgestimmt werden.

3. Bühnenbreite und Frontfill-Bedarf

Frontfill-Bedarf in Abhängigkeit von der Bühnenbreite

5 m Bühne 6 m Bühne 8 m Bühne 10 m Bühne kein Fill nötig 1 SH-1512 optional/sinnvoll 1–2 SH-1512 empfohlen 2 SH-1512 klar empfohlen

Rot markiert den vorderen Bereich, in dem bei zunehmender Bühnenbreite Präsenz und Sprachverständlichkeit abnehmen können. Frontfills sollen diesen Bereich dezent ergänzen, nicht als zweite Haupt-PA arbeiten.

Bühnenbreite / Abstand der MT-4-Seiten Empfehlung Bewertung Kommentar
bis ca. 5 mkein Centerfill nötigsehr gutDie Tops stehen nahe genug zusammen; die Mitte vor der Bühne wird ab wenigen Metern ausreichend versorgt.
ca. 5–6 mohne Fill möglich, Frontfill optionalgutBei Publikum direkt an der Bühnenkante kann vorne mittig Präsenz fehlen.
ca. 6–8 m1 × SH-1512 als Centerfill oder 2 × SH-1512 als FrontfillsempfohlenDer Bereich direkt vor der Bühnenmitte wird bei 2–8 kHz zunehmend off-axis.
ca. 8–10 m2 × SH-1512 als Frontfills empfohlendeutlich empfohlenEin einzelnes Centerfill kann helfen, zwei Frontfills sind homogener.
über ca. 10 m2 × Frontfills plus ggf. Nearfills/OutfillskritischDas reine L/R-Setup wird geometrisch ungünstig.

4. MTH-4 Positionierung / Flug-Höhe

ParameterEmpfehlungKommentar
Akustische Höhe MTH-4ca. 2.5–4.0 m über PublikumsbodenDie Mittel-/Hochtonachse sollte über die ersten Reihen hinweg in den Hauptbereich des Publikums zielen.
Vertikale Ausrichtungleicht nach unten geneigtZielpunkt typischerweise bei ca. zwei Dritteln der Publikumstiefe; bei 40 m Tiefe also ca. 25–30 m.
Horizontale Ausrichtung0–10° Toe-In als StartwertBei 6–8 m Bühne meist wenig Toe-In; bei 10 m Bühne eher gezielte Frontfills statt starkem Überkreuzen der MTH-4. Starkes Crossfire erhöht Interferenz und verschlechtert die Ortung.
Nahbereichdurch SH-1512 ergänzenNicht versuchen, die ersten Reihen durch starkes Down-Tilt der MTH-4 zu lösen; das reduziert Reichweite.
Empfohlener Ansatz:
Die MTH-4 auf den Hauptbereich ab ca. 10 m vor der Bühne optimieren. Die ersten Reihen und die vordere Bühnenmitte werden mit SH-1512 Frontfills aufgefüllt.

5. SH-1512 als Center-/Frontfill

Die SH-1512 ergänzen den vorderen Mitten-/Hochtonbereich. Sie sollen nicht den Bassbereich oder das komplette MT-4-System ersetzen. Das Ziel ist bessere Artikulation in Sprache, Vocals, Snare-Attack und Präsenz in den ersten Reihen.

Frontfill-Prinzip: MTH-4 für Reichweite, SH-1512 für Nahbereich

Vertikales Ziel: nicht alles mit dem Top lösen MTH SH SH-1512: erste Reihen / Mitte MTH-4: Hauptpublikum / Reichweite Die MTH-4 nicht zu stark nach unten richten; Frontfills nur dezent zumischen.

SH-1512 Startsetup

  • Signal: Mono-Summe oder eigener Fill-Mix mit Vocal-/Speech-Fokus.
  • Highpass: 150 Hz LR24, bei starker Bodenkopplung 180 Hz LR24.
  • EQ: 250 Hz, -3 dB, Q 1.2.
  • EQ: 3.15 kHz, -2 dB, Q 1.5, falls zu aggressiv.
  • Optional: 7–8 kHz, -1 bis -2 dB, falls der Fill zu stark hervorsticht.
  • Pegel: Startwert ca. -10 dB gegenüber Main.
  • Ziel: Der Fill soll beim Einschalten nicht deutlich auffallen, beim Ausschalten jedoch fehlen.

Delay-Startwerte SH-1512

Bühnenbreite1 × SH-1512 mittig2 × SH-1512 FrontfillsMess-/Hörpunkt
6 mca. 3.5–4.5 msca. 2.5–4 ms3–5 m vor Bühnenmitte
8 mca. 5–6 msca. 4–6 ms3–6 m vor Bühnenmitte
10 mca. 7–8 msca. 5–8 ms4–7 m vor Bühnenmitte

Die Delay-Werte sind Startpunkte. Exakte Werte sollten mit Messsystem im Bereich 1–4 kHz überprüft werden.

6. Geeignete Raum- und Open-Air-Grössen

SetupEmpfohlene FlächeRealistische PersonenzahlBeste PublikumsbereicheBemerkung
2 × MT-4 ohne Fill, Bühne bis 5 mca. 15–22 m breit × 25–35 m tiefca. 300–800ab ca. 3–5 m vor Bühne bis ca. 30 mSehr kompakt und einfach. Für kleine Bühnen sehr gut.
2 × MT-4, Bühne 6 m, optional 1 × SH-1512ca. 20–25 m breit × 30–35 m tiefca. 600–1200ca. 5–30 m vor BühneOhne Fill machbar, mit Centerfill deutlich besser in der ersten Reihe.
2 × MT-4, Bühne 8 m, 1–2 × SH-1512ca. 25–30 m breit × 35–40 m tiefca. 1000–1800ca. 8–35 m vor BühneZwei Frontfills empfohlen. Gute Lösung für kleine bis mittlere Open-Airs.
2 × MT-4, Bühne 10 m, 2 × SH-1512ca. 25–35 m breit × 35–45 m tiefca. 1200–2500ca. 10–40 m vor BühneFrontfills klar empfohlen. Ab ca. 40 m Tiefe je nach Anspruch Delay-Line oder zusätzliche Systeme prüfen.

7. Erwartbare Pegelbereiche

Die folgenden Werte sind Praxisrichtwerte für ein gut eingestelltes 2 × MT-4-Basis-Setup. Raum, Publikum, Temperatur, Wind, Groundplane, Limiter, Verstärkerleistung und mechanische Ausrichtung verändern die realen Werte.

Entfernung zur BühneErwartbarer nutzbarer PegelBewertungKommentar
3–5 mca. 100–110 dB(A), abhängig vom Fillsehr laut, geometrisch kritischOhne Fill kann vorne mittig Präsenz fehlen.
10 mca. 98–105 dB(A)optimaler Nah-/MittelbereichSehr gute Direktheit, hohe Sprachverständlichkeit und Dynamik.
20 mca. 94–100 dB(A)sehr guter FOH-BereichTypischer Sweet Spot für Rock/Pop, wenn die Bühnenbreite passt.
30 mca. 90–96 dB(A)gutFür Live-Musik gut nutzbar, abhängig von Wind und Publikumsdämpfung.
40 mca. 86–92 dB(A)brauchbarFür Rock/Pop obere sinnvolle Zone eines einzelnen MT-4-Paares.
50–60 mca. 80–88 dB(A)eingeschränktEher Sprache, Hintergrund oder leichtere Programme; für laute Live-Musik Delay-Lines prüfen.

8. Elektrisch-akustische Grundlagen

8.1 Wellenlänge und Abstand

λ = c / f

c = ca. 343 m/s
f = Frequenz in Hz
FrequenzWellenlängeBedeutung für MT-4
80 Hzca. 4.3 mSubwoofer-Abstände sind noch relativ gutmütig.
100 Hzca. 3.4 mBeginnend relevant für Punch und Gleichmässigkeit.
160 Hzca. 2.15 mSub/Top-Abstand wird deutlich relevant; lokale Zuordnung wichtig.
250 Hzca. 1.37 mMehrere Quellen erzeugen schnell hörbare Interferenzen.

8.2 Warum Frontfills nötig werden

Bei einer L/R-Anordnung stehen die vorderen Zuhörer in der Bühnenmitte bei grösserer Bühnenbreite ausserhalb der Hauptachse beider Tops. Das ist meist kein Bassproblem, sondern ein Problem im Präsenz- und Hochtonbereich. Daher lösen zusätzliche MTL-4 dieses Loch nicht; SH-1512 Frontfills ergänzen gezielt Sprache, Vocals und Artikulation.

8.3 Laufzeit

1 m Laufzeitdifferenz ≈ 2.9 ms

Delay = Distanzdifferenz / 343 m/s

Frontfills werden normalerweise verzögert, weil sie näher beim Publikum stehen als die MTH-4. Der Abgleich sollte im Überlappungsbereich ca. 3–6 m vor der Bühne und im Frequenzbereich 1–4 kHz erfolgen.

8.4 Pegelstrategie für Frontfills

  • Frontfills nicht als zweite Haupt-PA betreiben.
  • Startpegel ca. -10 dB gegenüber Main.
  • Wenn der Fill ortbar wird oder das Klangbild nach vorne zieht, ist der Fill zu laut.
  • Wenn beim Muten nur Artikulation und Präsenz fehlen, ist der Pegel richtig.

8.5 L/R-Bass und Systemtrennung bei 160 Hz

Beim MT4_small-Setup stehen die beiden MTL-4 links und rechts relativ weit auseinander. Unterhalb von ca. 80–100 Hz ist das wegen der langen Wellenlängen oft noch gutmütig. Gegen 160 Hz beträgt die Wellenlänge jedoch nur noch ca. 2.15 m; dadurch werden Sub/Top-Abstand, L/R-Abstand, Laufzeit und Polarität deutlich relevanter. Der Punchbereich sollte deshalb nicht unnötig räumlich von den MTH-4 getrennt werden.

  • MTL-4 pro Seite möglichst nahe unter oder hinter dem jeweiligen MTH-4 positionieren.
  • Keine zusätzlichen weit entfernten Center- oder Side-Subs bis 160 Hz betreiben, wenn sie nicht messtechnisch sauber integriert sind.
  • Bei sehr breiten Bühnen nicht versuchen, das vordere Präsenzloch mit Bassaufstellung zu lösen; dafür sind SH-1512 Frontfills zuständig.

11. Kurzfazit

Bis ca. 5 m Bühnenbreite: 2 × MT-4 können in der Regel ohne Centerfill betrieben werden.

Ca. 6 m Bühnenbreite: 1 × SH-1512 ist optional, bei Sprache, Moderation und Vocals sinnvoll.

Ca. 8 m Bühnenbreite: 1–2 × SH-1512 werden empfohlen; zwei Frontfills sind meist homogener.

Ca. 10 m Bühnenbreite: 2 × SH-1512 sind klar empfohlen.

Publikumsfläche: realistisch ca. 20–30 m Breite und 30–45 m Tiefe für laute Musik; bei sehr guter Top-Höhe und klaren Frontfills sind bis ca. 35 m Breite möglich. Darüber sind Delay-Lines, zusätzliche Tops oder ein grösseres Setup zu prüfen.

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11. MT4 Medium – technische PlanungTechnische Planung anzeigen

Vollständige technische Planungsunterlagen für MT4 Medium mit Tabellen, Skizzen, Startwerten, Grundlagen und Referenzen.

Dieses Setupdatenblatt beschreibt die vollständige MT4_medium-Variante als öffentliches Nachschlagewerk mit Material, Anwendung, Aufstellungsvarianten, Frontfill-Einsatz und akustischen Grundlagen. Grundlage ist ein Electro-Voice MT-4-System mit:

  • 4 × Electro-Voice MTL-4 Low-Frequency-Systeme
  • 2 × Electro-Voice MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-Systeme
  • 1–2 × Electro-Voice SH-1512 als Center-/Frontfill für Sprache, Vocals und die vordere Bühnenmitte
  • MT-4-Systemprocessing im Allen & Heath AHM-16 als Ersatz des originalen MTX-4
  • externem DSP für SH-1512 Frontfills und gegebenenfalls zusätzliche Center-Subs
Grundannahme:
Die MTH-4 Tops werden bei allen Varianten mechanisch so angebracht, erhöht oder geflogen, dass der gewünschte Publikumsbereich möglichst vollständig erreicht wird. Die Subwoofer-Aufstellung bestimmt daher nicht die Top-Höhe, sondern wird nach Bassverteilung, Punch, Kopplung, Richtcharakteristik und Übergang zum Top-System beurteilt.

1. Systemgrundlage MT-4

Das Electro-Voice MT-4-System besteht aus dem MTL-4 Low-Frequency-System und dem MTH-4 Midbass/Midrange/High-Frequency-System. Der MTL-4 ist für den Bereich ca. 40–225 Hz spezifiziert, mit 40 Hz als -3-dB-Punkt und 32 Hz als nutzbarer unterer Grenzfrequenzbereich. Der MTH-4 ist für ca. 150 Hz–20 kHz spezifiziert. Die originalen MTX-4-Trennfrequenzen liegen bei 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz.

Die Trennung zwischen MTL-4 und MTH-4 bei ca. 160 Hz ist für die Aufstellung entscheidend. Der Bereich von etwa 100–180 Hz enthält einen wesentlichen Teil des wahrgenommenen Punchs von Kickdrum, Bassgitarre, Toms und tiefen Instrumentenanteilen. Deshalb ist die räumliche Zuordnung zwischen MTL-4 und MTH-4 wichtiger als bei Systemen, die erst bei 80–100 Hz zwischen Sub und Top trennen.

2. Bezug auf MT-4 / MT-4A-Systemlogik

Diese Unterlage bezieht sich auf ein Electro-Voice MT-4/MT-4A-System mit MTL-4 Low-Frequency-Systemen und MTH-4 Topteilen. Für die hier beschriebenen Varianten sind insbesondere die Systemtrennung zwischen MTL-4 und MTH-4 bei ca. 160 Hz sowie die MTX-4/MTX-4A-Systemlogik mit weiterem Processing bei ca. 1.6 kHz und 10 kHz relevant.

Systemteil MTH-4 / MT-4-relevante Eckdaten Bedeutung für die Praxis
MTL-4 ca. 40–225 Hz, 40 Hz -3 dB, 32 Hz nutzbarer Low-End-Bereich Der MTL-4 kann deutlich über klassischen Subbass hinaus arbeiten und ist für den Punchbereich relevant.
MTH-4 ca. 150 Hz–20 kHz, empfohlene Trennfrequenzen 160 Hz, 1.6 kHz, 10 kHz Die Top/Sub-Anbindung bei 160 Hz muss räumlich und zeitlich sorgfältig erhalten bleiben.
MTX-4 / AHM-16-Nachbildung 4-Wege-Systemprocessing mit Trennung bei 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz Die originale Systemlogik bleibt bestehen; die AHM-16-Nachbildung ersetzt den MTX-4 funktional.

3. Positionierung und Ausrichtung der MTH-4 Tops

Die MTH-4 sollten unabhängig von der Subwoofer-Anordnung so positioniert werden, dass Mittelton und Hochton möglichst gleichmässig über die Publikumsfläche verteilt werden. Die Herstellerdaten geben für die MTH-4 im Bereich 600 Hz–20 kHz eine nominelle Abstrahlung im Bereich von ca. 60° horizontal und ca. 40° vertikal an, mit frequenzabhängigen Toleranzen. Für die Planung sollte konservativ gearbeitet und das reale Verhalten vor Ort gemessen oder zumindest sorgfältig abgehört werden.

Parameter Empfehlung Kommentar
Akustische Höhe der MTH-4 ca. 2.5–4.0 m über Publikumsboden Die Mittel-/Hochtonachse sollte über die ersten Publikumsreihen hinweg in den Hauptbereich des Publikums zielen.
Vertikale Ausrichtung leicht nach unten geneigt Als Startpunkt empfiehlt sich ein Zielpunkt bei etwa zwei Dritteln der Publikumstiefe.
Horizontale Ausrichtung 0–10° Toe-In als Startwert Bei 6–8 m Bühnenbreite meist wenig Toe-In; bei ca. 10 m Bühnenbreite eher 10–15° oder zusätzliche Frontfills.
Nahbereich über SH-1512 Frontfills ergänzen Die ersten 3–8 m vor der Bühne sollten nicht primär durch stark nach unten gerichtete MTH-4 versorgt werden.
Hauptzielbereich ca. 10–40 m vor Bühne Die MTH-4 werden auf Reichweite und Gleichmässigkeit im Hauptpublikum optimiert.
Empfohlener Ansatz:
Die MTH-4 werden so ausgerichtet, dass der Hauptbereich von ca. 10–40 m vor der Bühne sauber versorgt wird. Die vordere Bühnenmitte und die ersten Reihen werden mit SH-1512 Frontfills ergänzt.

4. Übersicht der drei Subwoofer-Varianten

Variante Subwoofer-Aufstellung Charakter Hauptvorteil Hauptnachteil Empfehlung
2a Je 2 × MTL-4 vertikal links/rechts Kompakt, fokussiert, klassischer L/R-Punch Gute lokale Zuordnung zum jeweiligen MTH-4, kompakte seitliche Sub-Position L/R-Sub-Interferenzen im Bassbereich bleiben möglich Sehr gute Standardvariante für Live, Rock und Pop
2b Je 2 × MTL-4 horizontal links/rechts Niedrige Sub-Basis pro Seite; kräftiger Punch, aber horizontal frequenzabhängiger Niedrige Bauhöhe, stabile Mechanik, gut kombinierbar mit geflogenen oder separat erhöhten Tops Im oberen Bassbereich eher horizontale Bündelung/seitliche Interferenz; genaue Wirkung abhängig von Abstand und Frequenz Sehr gute Alternative bei geflogenen oder separat erhöhten MTH-4
2c Je 1 × MTL-4 links/rechts plus 2 × MTL-4 im Center, Center tiefer getrennt L/R-Punch bleibt erhalten, Center ergänzt Tiefbassfundament Guter Kompromiss aus Top/Sub-Kohärenz und stabilerem Tiefbass Zusätzlicher DSP-Weg für Center-Subs erforderlich Beste Hybridvariante bei vorhandenem externem DSP

Grafische Übersicht der drei Subwoofer-Varianten

2a: L/R vertikal 2b: L/R horizontal 2c: Hybrid Frontfill Frontfill Frontfill Top Sub Sub Top Sub Sub kompakt, gute L/R-Zuordnung Top Sub Sub Top Sub Sub niedrig, breiterer Punchbereich pro Seite Top Sub Top Sub Low Low L/R = Punch, Center = Low-End
MTH-4 Top MTL-4 Top-Abdeckung schematisch L/R-Punchbereich Center-Low-End

Schematische Darstellung, nicht massstäblich. Die MTH-4 werden in allen Varianten separat optimal gehängt oder erhöht.

Horizontale Publikumsebene: Wirkung der Subwoofer-Anordnung

2a: vertikal gestackt 2b: horizontal nebeneinander 2c: Hybrid Bühnenkante / Draufsicht Bühnenkante / Draufsicht Bühnenkante / Draufsicht Top Top horizontal schmalere Quellen zusätzliche Wirkung primär vertikal Top Sub Sub Top Sub Sub grössere horizontale Apertur 100–160 Hz horizontal kritischer Top Sub Top Sub Low Low L/R-Punch + Center-Low Center tief trennen, nicht bis 160 Hz

Korrigierte schematische Draufsicht: Die Grafik zeigt nur die horizontale Publikumsebene, nicht die vertikale Abstrahlung. Bei Variante 2a liegen die zwei MTL-4 pro Seite in der Draufsicht praktisch am selben Ort, weil sie vertikal gestapelt sind; zusätzliche Interferenz-/Bündelungswirkung entsteht deshalb überwiegend vertikal. Bei Variante 2b wird die Quelle pro Seite horizontal breiter; dadurch wird im oberen Bassbereich eher die horizontale Publikumsebene beeinflusst. Variante 2c entkoppelt den tiefen Center-Anteil bewusst vom ortbaren L/R-Punchbereich.

Hybrid-Frequenzaufteilung: L/R-Punch und Center-Low-End

Empfohlene Frequenzaufteilung bei Variante 2c 32 Hz 50 Hz 80 Hz 100 Hz 160 Hz 1.6 kHz 10 kHz L/R MTL-4: Punch / Kick / Anbindung bis ca. 160 Hz Center MTL-4: Low-End ca. 35–80/100 Hz MTH-4: ab ca. 160 Hz Center nicht in den 160-Hz-Punchbereich ziehen

Für 2c gilt: L/R-MTL-4 bleiben für die ortbare Anbindung und den Punch zuständig. Die Center-MTL-4 liefern nur tiefe, weniger ortbare Energie und sollten nicht bis zur 160-Hz-Systemtrennung hinauf betrieben werden.

5. Variante 2a – je 2 × MTL-4 vertikal links/rechts

MTH-4 geflogen             MTH-4 geflogen

MTL-4                      MTL-4
MTL-4                      MTL-4
links                       rechts

Akustische Bewertung

Variante 2a ist eine klassische und robuste MT-4-Aufstellung. Die beiden MTL-4 pro Seite koppeln gut und bleiben räumlich klar dem jeweiligen MTH-4 zugeordnet. Der Bereich von ca. 100–180 Hz wirkt dadurch seitlich stabil, direkt und musikalisch geschlossen.

Richtcharakteristik

Vertikales Stapeln zweier MTL-4 vergrössert die akustische Ausdehnung primär in der Vertikalen. Dadurch bleibt die horizontale Richtwirkung pro Seite im oberen Bassbereich meist etwas gutmütiger als bei horizontal nebeneinanderliegenden Gehäusen. In der Publikumsebene kann der Punchbereich dadurch etwas gleichmässiger wirken.

Parameter Empfehlung / Erwartung
Bühnenbreite ideal6–8 m
Bühnenbreite maximal sinnvollca. 10 m mit 2 × SH-1512 Frontfills
Publikumsbreite ideal25–35 m
Publikumstiefe ideal35–50 m
Maximal ohne Delay-Lineca. 50–60 m, abhängig von Top-Höhe, Wind, Publikum und Pegelanspruch
Personenzahl realistischca. 1200–2500 Personen
StärkenLiveband, Rock, Pop, Stadtfest, Zelt, kleinere bis mittlere Open-Airs
Empfehlung:
Variante 2a ist die bevorzugte Lösung, wenn ein direkter, klassischer MT-4-Punch mit guter lokaler Zuordnung zwischen Bass und Top gewünscht ist.

6. Variante 2b – je 2 × MTL-4 horizontal links/rechts

MTH-4 geflogen             MTH-4 geflogen

MTL-4  MTL-4              MTL-4  MTL-4
links                       rechts

Akustische Bewertung

Bei Variante 2b bilden die beiden MTL-4 pro Seite einen horizontalen Subblock. Diese Aufstellung ist mechanisch niedrig, stabil und gut mit geflogenen MTH-4 kombinierbar. Die räumliche Zuordnung zwischen linker/rechter Subgruppe und dem jeweiligen Top bleibt erhalten.

Richtcharakteristik

Horizontales Stapeln vergrössert die akustische Ausdehnung direkt in der Publikumsebene. Unterhalb von ca. 80–100 Hz ist das aufgrund der langen Wellenlängen meist unkritisch. Im Bereich von ca. 100–160 Hz kann die horizontale Anordnung zu stärkerer Bündelung, seitlichen Maxima/Minima und positionsabhängigerem Punch führen. Gleichzeitig kann die horizontale Anordnung subjektiv als mehr Punch und breiteres Fundament pro Seite wahrgenommen werden, wenn die Publikumsfläche passend getroffen wird.

Parameter Empfehlung / Erwartung
Bühnenbreite ideal6–8 m
Bühnenbreite maximal sinnvollca. 10 m mit 2 × SH-1512 Frontfills
Publikumsbreite ideal25–35 m
Publikumstiefe ideal35–50 m
Maximal ohne Delay-Lineca. 50–60 m, abhängig von Top-Höhe, Wind, Publikum und Pegelanspruch
Personenzahl realistischca. 1200–2500 Personen
StärkenOpen-Air, gemischte Programme, niedrige Bauhöhe, geflogene Tops
Empfehlung:
Variante 2b ist besonders sinnvoll, wenn die MTH-4 unabhängig von den Subwoofern geflogen oder erhöht werden. Sie bietet eine niedrige, stabile Subwooferbasis mit kräftigem L/R-Punch.

7. Variante 2c – L/R komplettes MT-4 plus 2 × Center-MTL-4 tiefer getrennt

MTH-4 geflogen             MTH-4 geflogen

MTL-4       MTL-4 MTL-4  MTL-4
links          Center       rechts

Variante 2c ist eine Hybridlösung. Links und rechts bleibt je ein vollständiges MT-4-Bassfundament erhalten. Die beiden zusätzlichen MTL-4 im Center werden nur für den tieferen Bassbereich eingesetzt. Dadurch bleibt der wichtige Punchbereich um 100–160 Hz lokal bei den MTH-4, während das Center-Cluster zusätzliches Tiefbassfundament liefert.

Funktionsaufteilung

Systemteil Aufgabe Empfohlener Frequenzbereich
L/R MTL-4 Punch, Kick, Bass-Attack, lokale Anbindung an MTH-4 normaler MT-4-Subweg bis zur Systemtrennung bei ca. 160 Hz
Center MTL-4 Tiefbassfundament, Low-End-Stabilisierung, Headroom ca. 35–80/100 Hz, Lowpass vorzugsweise 80–90 Hz LR24, maximal ca. 100 Hz LR24

Empfohlenes Processing Center-MTL-4

  • L/R MTL-4: normale MT-4-Trennung zum MTH-4.
  • Center MTL-4: Lowpass ca. 80–90 Hz LR24 als Startwert.
  • Center MTL-4: maximal ca. 100 Hz LR24, wenn mehr Fundament benötigt wird.
  • Center MTL-4 nicht bis 150–160 Hz laufen lassen.
  • Center-Level Start: ca. -6 dB gegenüber L/R-Subs, danach nach Geschmack und Messung anheben.
  • Delay und Polarität des Centers auf L/R-Subs im Bereich 60–90 Hz abstimmen.
  • Center MTL-4 als Mono-Summe oder separater Sub-Aux betreiben.

Richtcharakteristik im Hybridbetrieb

Bei Variante 2c wird die Richtcharakteristik bewusst aufgeteilt. Die L/R-MTL-4 erzeugen den lokal zu den Tops gehörenden Punchbereich. Die Center-MTL-4 erzeugen dagegen ein tieferes, weitgehend mono-kompatibles Fundament. Da der Center nur bis ca. 80–100 Hz betrieben wird, bleibt der ortbare obere Bassbereich links/rechts erhalten. Dadurch wird vermieden, dass Kickdrum und Bassgitarre in die Bühnenmitte gezogen werden oder sich seitlich vom Top lösen.

Center-MTL-4 horizontal oder vertikal?

Aufstellung Center Vorteile Nachteile Empfehlung
2 × MTL-4 horizontal nebeneinander Niedrige Bauhöhe, gute Sichtlinien, mechanisch sicher, einfache Integration vor oder unter der Bühne Benötigt mehr Breite in der Bühnenmitte Bevorzugte Lösung für Center-Zusatzsubs mit tiefer Trennung
2 × MTL-4 vertikal gestackt Kleinere Grundfläche, kompakte Breite, gute Kopplung Höhere Bauform, kann Sichtlinien, Bühnenzugang oder Frontfill-Position stören Sinnvoll, wenn die verfügbare Breite knapp ist oder der Stack baulich integriert werden kann
Empfehlung für Variante 2c:
Die beiden Center-MTL-4 sollten in den meisten Fällen horizontal nebeneinander stehen. Da sie nur bis ca. 80–100 Hz laufen, ist die horizontale Breite akustisch gut beherrschbar. Gleichzeitig bleibt die Bauhöhe niedrig und die SH-1512 Frontfills lassen sich einfacher platzieren.

8. SH-1512 als Center-/Frontfill

Die SH-1512 werden unabhängig von der Subwoofer-Variante benötigt, sobald die Bühne so breit wird, dass die MTH-4 die vordere Mitte nicht mehr ausreichend im Präsenz- und Hochtonbereich erreichen. Mehr MTL-4 verbessern den Bassbereich, lösen aber nicht das Mitten-/Hochtonloch vor der Bühnenmitte.

Bühnenbreite SH-1512 Empfehlung Kommentar
bis ca. 5 mkein Fill nötigDie vordere Mitte wird meist ausreichend erreicht.
ca. 6 m1 × SH-1512 optional / sinnvollBesonders bei Sprache, Moderation und leisen Vocals hilfreich.
ca. 8 m1–2 × SH-1512 empfohlen2 Stück sind meist homogener als ein einzelnes Centerfill.
ca. 10 m2 × SH-1512 klar empfohlenOhne Fill entsteht vorne mittig ein Präsenz- und Sprachverständlichkeitsloch.
über ca. 10 m2 × SH-1512 plus zusätzliche Nearfills/Outfills prüfenDie zwei MTH-4 alleine sind geometrisch nicht mehr ausreichend.

SH-1512 Startsetup

  • Signal: Mono-Summe oder eigener Fill-Mix mit Vocal-/Speech-Fokus.
  • Highpass: 150 Hz LR24, bei starker Bodenkopplung 180 Hz LR24.
  • EQ: 250 Hz, -3 dB, Q 1.2.
  • EQ: 3.15 kHz, -2 dB, Q 1.5, falls zu aggressiv.
  • Optional: 7–8 kHz, -1 bis -2 dB, falls der Fill zu stark hervorsticht.
  • Pegel: Startwert ca. -10 dB gegenüber Main.
  • Ziel: Der Fill soll beim Einschalten nicht deutlich auffallen, beim Ausschalten jedoch fehlen.

Delay-Startwerte SH-1512

Bühnenbreite 1 × SH-1512 mittig 2 × SH-1512 Frontfills Mess-/Hörpunkt
6 mca. 3.5–4.5 msca. 2.5–4 ms3–5 m vor Bühnenmitte
8 mca. 5–6 msca. 4–6 ms3–6 m vor Bühnenmitte
10 mca. 7–8 msca. 5–8 ms4–7 m vor Bühnenmitte

Die Delay-Werte sind Startpunkte. Exakte Werte sollten mit Messsystem im Bereich 1–4 kHz überprüft werden.

9. Publikumsfläche und Pegel

Setup Empfohlene Fläche Personenzahl realistisch Bemerkung
2a, vertikale L/R-Subsca. 25–35 m breit × 35–50 m tiefca. 1200–2500Sehr gute Liveband-Variante mit stabilem L/R-Punch.
2b, horizontale L/R-Subsca. 25–35 m breit × 35–50 m tiefca. 1200–2500Mechanisch niedrige und stabile Lösung mit kräftigem Bassfundament.
2c, L/R plus Center-Low-Subsca. 25–35 m breit × 40–55 m tiefca. 1500–2800Mehr Tiefbassfundament und gute Hybridlösung bei zusätzlichem DSP.

Erwartbare Pegelbereiche

Entfernung Erwartbarer Pegel Bewertung
5 mca. 102–110 dB(A)sehr laut; SH-1512 wichtig für Sprache und vordere Mitte
10 mca. 100–105 dB(A)sehr guter Nahbereich
20 mca. 96–101 dB(A)idealer FOH-Bereich
30 mca. 92–97 dB(A)sehr gut für Rock/Pop
40 mca. 88–94 dB(A)noch gut nutzbar
50 mca. 84–90 dB(A)obere sinnvolle Grenze für laute Live-Musik ohne Delay-Line
60 mca. 80–86 dB(A)eher Sprache, Hintergrund oder Delay-Line nötig

10. Vergleich nach Anwendung

Anwendung Empfohlene Variante Begründung
Liveband / Rock / Pop2a oder 2bBeide Varianten erhalten den L/R-Punch. 2a wirkt etwas kompakter, 2b bietet eine niedrigere Subwooferbasis.
Geflogene Tops, niedrige Sub-Bauhöhe gewünscht2bDie horizontale Subwoofer-Anordnung ist mechanisch einfach und praxisgerecht.
DJ / elektronische Musik / mehr Low-End2cDie Center-MTL-4 liefern zusätzliches Fundament unter ca. 80–100 Hz.
Gemischtes Stadtfest2a oder 2c2a ist einfach und direkt. 2c bietet mehr Flexibilität und Tiefbassreserve, benötigt aber externen DSP.
Open-Air 1500–2500 Personen2a, 2b oder 2cAlle drei Varianten sind grundsätzlich geeignet. Die Auswahl erfolgt nach gewünschtem Bassverhalten, Aufbauhöhe und verfügbarer DSP-Struktur.

11. Elektrisch-akustische Grundlagen

11.1 Wellenlänge

λ = c / f

c = ca. 343 m/s
f = Frequenz in Hz
Frequenz Wellenlänge Bedeutung für MT-4
80 Hzca. 4.3 mCenter-Sub-Anordnungen sind noch relativ gutmütig.
100 Hzca. 3.4 mFür Center-Zusatzsubs noch gut beherrschbar.
160 Hzca. 2.15 mSub/Top-Abstand wird relevant; lokale Zuordnung wird wichtig.
250 Hzca. 1.37 mMehrere Quellen erzeugen schnell hörbare Interferenzen.

11.2 Kopplung mehrerer Subwoofer

  • 2 kohärente Subwoofer können unter günstigen Bedingungen bis zu +6 dB gegenüber einem einzelnen Subwoofer liefern.
  • 4 kohärente Subwoofer können unter günstigen Bedingungen bis zu +12 dB gegenüber einem einzelnen Subwoofer liefern.
  • In der Praxis ist der nutzbare Gewinn abhängig von Abstand, Frequenz, Boden, Publikum, Aufstellung, Verstärkerleistung und Limiting.

11.3 Richtcharakteristik horizontal vs. vertikal

  • Vertikal gestackte MTL-4: geringere horizontale Ausdehnung der Quelle, tendenziell gutmütiger in der Publikumsebene im oberen Bassbereich.
  • Horizontal gestackte MTL-4: grössere horizontale Quellbreite, tendenziell mehr Richtungseffekt und positionsabhängigerer Punch bei 100–160 Hz.
  • Hybrid mit Center: L/R übernimmt die Richtungs- und Punchinformation, Center ergänzt nur tiefe, weniger ortbare Frequenzen.

11.4 Center-Subs bei hoher Sub/Top-Trennung

Ein Center-Subcluster kann den Tiefbass homogener und kräftiger machen. Wenn Center-Subs jedoch bis in den Bereich um 150–160 Hz spielen, können Laufzeit-, Lokalisations- und Interferenzprobleme gegenüber den links/rechts stehenden MTH-4 entstehen. Deshalb sollten zusätzliche Center-MTL-4 bei Variante 2c nur als tiefe Ergänzung betrieben werden.

  • L/R MTL-4 übernehmen den oberen Bass- und Punchbereich bis zur Systemtrennung.
  • Center-MTL-4 ergänzen nur den Tiefbassbereich unter ca. 80–100 Hz.
  • Delay, Polarität und Pegel der Center-MTL-4 müssen messtechnisch kontrolliert werden.

11.5 Warum SH-1512 trotz mehr MTL-4 sinnvoll bleiben

Zusätzliche MTL-4 verbessern Headroom, Fundament und Bassverteilung. Sie verbessern jedoch nicht die Abdeckung im Bereich von ca. 2–8 kHz in der vorderen Bühnenmitte. Genau dort entstehen bei grösserer Bühnenbreite die typischen Verluste in Präsenz, Artikulation und Sprachverständlichkeit. Die SH-1512 ergänzen diesen Bereich gezielt.

11.6 Laufzeit

1 m Laufzeitdifferenz ≈ 2.9 ms

Delay = Distanzdifferenz / 343 m/s

Frontfills werden normalerweise verzögert, weil sie näher beim Publikum stehen als die MTH-4. Center-Zusatzsubs werden abhängig von ihrer Position gegenüber den L/R-Subs verzögert oder zeitlich angepasst.

14. Kurzfazit

Variante 2a: je 2 × MTL-4 vertikal links/rechts. Sehr gute Standardlösung mit klassischem L/R-Punch und klarer Sub/Top-Zuordnung.

Variante 2b: je 2 × MTL-4 horizontal links/rechts. Mechanisch niedrige, stabile und sehr praxistaugliche Lösung bei geflogenen MTH-4, mit kräftigem Punch und horizontal stärker frequenz-/positionsabhängigem oberem Bassbereich.

Variante 2c: je 1 × MTL-4 links/rechts plus 2 × Center-MTL-4 tief getrennt. Flexibelste Lösung mit zusätzlichem Low-End-Fundament. L/R bleibt für Punch zuständig, Center nur für Fundament unter ca. 80–100 Hz.

SH-1512: ab ca. 6–8 m Bühnenbreite sinnvoll und ab ca. 10 m klar empfohlen, um Sprache, Vocals und Präsenz in der vorderen Bühnenmitte zu stabilisieren.

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12. MT4 Large – technische PlanungTechnische Planung anzeigen

Vollständige technische Planungsunterlagen für MT4 Large mit Tabellen, Skizzen, Startwerten, Grundlagen und Referenzen.

Dieses Setupdatenblatt beschreibt die vollständige MT4_large-Variante als öffentliches Nachschlagewerk mit Material, Anwendung, Zonenaufteilung, Frontfills, Bass-Varianten und akustischen Grundlagen.

  • 4 × Electro-Voice MTH-4 Tops
  • 4 × Electro-Voice MTL-4 Low-Frequency-Systeme
  • 2 × Electro-Voice SH-1512 als Frontfills für Sprache, Vocals und vordere Bühnenmitte
  • MT-4-Systemprocessing im Allen & Heath AHM-16 als Ersatz des originalen MTX-4
  • externem DSP für SH-1512 und gegebenenfalls Zonen-/Outfill-Processing
Geltungsbereich:
Diese Unterlage bezieht sich auf ein Electro-Voice MT-4/MT-4A-System mit MTH-4 Topteilen, MTL-4 Low-Frequency-Systemen und MTX-4/MTX-4A-Systemlogik. Für die Aufstellung sind vor allem die Systemtrennung MTL-4/MTH-4 bei ca. 160 Hz sowie die weitere MT-Systemverarbeitung bei ca. 1.6 kHz und 10 kHz relevant.

1. Grundsatz: Mehr Tops sind Abdeckung, nicht Pegelverdopplung

Vier MTH-4 sollten nicht einfach deckungsgleich auf dieselbe Publikumszone abstrahlen. Der Mehrwert entsteht, wenn jedes Top eine definierte Zone beschallt: Main, Outfill, Longthrow oder Downfill. Dadurch werden Breite, Reichweite und Headroom verbessert, ohne unnötige Kammfilter, Nebenkeulen und Lobing im Mittel-/Hochton zu erzeugen. Besonders kritisch ist überlappende, gleichzeitige Abstrahlung mehrerer räumlich getrennter Tops in denselben Frequenz- und Hörbereich.

Nicht empfohlen:
Zwei MTH-4 pro Seite exakt auf gleicher Achse auf dieselbe Zone, starkes Über-Kreuz-Beschallen von links nach rechts oder mehrere Tops ohne klare Zonenaufteilung. Diese Varianten erzeugen wenig kontrollierbaren Mehrwert und erhöhen Interferenzprobleme im relevanten Sprach- und Präsenzbereich.

2. Empfohlene Szenarien

Szenario Top-Anordnung Geeignet für Empfohlene Fläche Publikumsmenge
A: Breites Open-Air / Main + Outfill Je Seite 1 Main-MTH-4 nach innen/mittig und 1 Outfill-MTH-4 nach aussen gesplayed Breite Plätze, Stadtfeste, Open-Air-Bühnen ca. 40–55 m breit × 45–60 m tief ca. 2500–4500 Personen
B: Schmal/tief / Longthrow + Downfill Je Seite 1 oberes Longthrow-Top und 1 unteres Downfill-Top mit vertikaler Winkeltrennung Lange Zelte, Hallen, schmale tiefe Open-Air-Flächen ca. 25–35 m breit × 55–70 m tief ca. 2000–4000 Personen
C: Hybrid Bass + breite Tops Main + Outfill pro Seite, Sub-Hybrid: L/R Punch plus Center-Low-Subs Gemischtes Open-Air mit Liveband und DJ-Anteil ca. 40–55 m breit × 50–65 m tief ca. 2500–4500 Personen, abhängig von Pegelanspruch und Fläche

3. Szenario A: Breites Open-Air – Main + Outfill pro Seite

Empfohlenes breites Open-Air-Setup

Szenario A: Main + Outfill pro Seite, breite Publikumsfläche Bühne Main Out MTL MTL Main Out MTL MTL 2 × SH-1512 Frontfill Main-Zone Outfill links Main-Zone Outfill rechts
MTH-4 MTL-4 SH-1512 Main-Zone Outfill-Zone

Main und Outfill treffen sich idealerweise an ihren -6-dB-Rändern. Die Tops sollen nicht deckungsgleich in dieselbe Zone abstrahlen.

Empfohlene Winkel und Ausrichtung

ElementStartwertPraxisziel
Main-MTH-4 links/rechts0–10° nach innenHauptbereich mittig bis FOH, ca. 10–45 m vor Bühne.
Outfill-MTH-4 links/rechts35–55° nach aussen relativ zum MainAussenbereiche abdecken, ohne stark in die Mitte zu überlappen.
Gesamtsplay pro Seiteca. 45–60° zwischen Main- und Outfill-AchseÜbergang über -6-dB-Kanten, nicht über Achsenkreuzung.
Outfill-Pegel-3 bis -6 dB gegenüber MainOutfill soll die Seite ergänzen, nicht das Hauptsystem überstrahlen.
Outfill-Delayvor Ort messenAuf Übergangszone Main/Outfill abstimmen.

4. Szenario B: Schmal und tief – Longthrow + Downfill pro Seite

Vertikale Zonenaufteilung für tiefe Flächen

Szenario B: Longthrow + Downfill, Seitenansicht Bühne Long Down SH Downfill: ca. 8–30 m Longthrow: ca. 30–65 m Frontfill: ca. 0–8 m

Die übereinander montierten MTH-4 dürfen nicht auf dieselbe Achse zielen. Ein Top arbeitet als Longthrow, das zweite als Downfill.

Empfohlene Höhen und Winkel

ElementStartwertPraxisziel
Longthrow-MTH-4akustisches Zentrum ca. 3.5–5.0 m HöheZielpunkt ca. 45–60 m vor Bühne, flacher Down-Tilt.
Downfill-MTH-4akustisches Zentrum ca. 2.5–4.0 m HöheZielpunkt ca. 15–25 m vor Bühne, stärkerer Down-Tilt.
Vertikale Winkeltrennungca. 12–20° zwischen den AchsenÜberlappung reduzieren, Zonen klar trennen.
Downfill-Pegel-3 bis -6 dB gegenüber LongthrowNah-/Mittelbereich ergänzen, ohne vorn zu aggressiv zu werden.
SH-1512an Bühnenkante, leicht nach unten/in die Mitte0–8 m Nahbereich und vordere Mitte.

5. Bass-Setups zu 4 × MTH-4

Subwoofer-VarianteEmpfehlungCharakter
2 × MTL-4 links / 2 × MTL-4 rechts, vorzugsweise vertikal gestackt oder kompakt blockiertStandard für Live, Rock, PopStarker L/R-Punch und gute Anbindung an MTH-4 bei 160 Hz. Bei vertikalem Stack entsteht zusätzliche Interferenz-/Bündelungswirkung überwiegend vertikal; die horizontale Publikumsebene bleibt pro Seite vergleichsweise gutmütig.
2 + 2 horizontal links/rechtsSehr gut bei geflogenen oder separat erhöhten TopsNiedrige Bauhöhe und stabile Mechanik. Im oberen Bassbereich vergrössert sich aber die horizontale Apertur pro Seite; dadurch können horizontale Bündelung, Nebenkeulen und positionsabhängigerer Punch entstehen.
Hybrid: 1 links / 1 rechts + 2 Center tief getrenntFür DJ-Anteil oder mehr FundamentL/R bleibt für Punch bis ca. 160 Hz zuständig; Center nur 35–80/100 Hz.
Praxisempfehlung:
Für Szenario A ist 2+2 L/R am einfachsten und musikalisch sehr direkt. Für Szenario C kann Hybrid sinnvoll sein: L/R-MTL-4 normal betreiben, die zwei Center-MTL-4 mit ca. 80–90 Hz LR24 tief trennen und ca. -6 dB unter L/R starten.
Praxisempfehlung:
Für Szenario A ist 2+2 L/R am einfachsten und musikalisch sehr direkt. Für Szenario C kann Hybrid sinnvoll sein: L/R-MTL-4 normal betreiben, die zwei Center-MTL-4 mit ca. 80–90 Hz LR24 tief trennen und ca. -6 dB unter L/R starten.

Subwoofer-Anordnung in der horizontalen Publikumsebene

2+2 vertikal/kompakt L/R 2+2 horizontal L/R Hybrid: L/R + Center-Low Bühnenkante / Draufsicht Bühnenkante / Draufsicht Bühnenkante / Draufsicht schmale horizontale Quelle Zusatzwirkung überwiegend vertikal Sub Sub Sub Sub grössere horizontale Apertur 100–160 Hz horizontal kritischer L R Low Low L/R-Punch + Center-Low Center nicht bis 160 Hz betreiben

Schematische Draufsicht, keine Messung: Horizontal nebeneinander gestellte MTL-4 vergrössern die horizontale Apertur und beeinflussen deshalb im oberen Bassbereich besonders die Publikumsebene. Vertikal gestackte MTL-4 liegen in der Draufsicht enger beieinander; ihre zusätzliche Richt-/Interferenzwirkung entsteht überwiegend vertikal.

Akustische Präzisierung zur Bass-Anordnung:
Eine horizontale 2+2-Aufstellung ist mechanisch attraktiv, aber nicht automatisch gleichmässiger „breit“. Sie erzeugt pro Seite eine grössere horizontale Quelle. Unterhalb von ca. 80–100 Hz ist das wegen der langen Wellenlängen meist gutmütig; gegen 160 Hz wird die horizontale Geometrie deutlich relevanter. Für einen möglichst stabilen Punchbereich im Publikum ist die vertikale/kompakte L/R-Aufstellung oft gutmütiger, während die horizontale Aufstellung bei geflogenen Tops vor allem mechanisch und logistisch Vorteile hat.

6. SH-1512 Frontfills

Auch mit vier MTH-4 bleiben SH-1512 sinnvoll. Zusätzliche MTH-4 erweitern Reichweite und Breite, lösen aber nicht automatisch das Präsenzloch direkt vor der Bühnenmitte.

BühnenbreiteEmpfehlungKommentar
6–8 m1–2 × SH-1512Bei Sprache und Vocals sehr sinnvoll.
8–12 m2 × SH-1512 klar empfohlenVordere Mitte braucht gezielte Präsenz-/Sprachunterstützung.
>12 m2 × SH-1512 plus Nearfills prüfenBei sehr breiter Bühne werden zusätzliche Nahbereichsquellen relevant.

SH-1512 Startsetup

  • Signal: Mono-Summe oder eigener Vocal-/Speech-lastiger Fill-Mix.
  • Highpass: 150 Hz LR24, bei starker Bodenkopplung 180 Hz LR24.
  • EQ: 250 Hz -3 dB Q1.2, 3.15 kHz -2 dB Q1.5 als Startpunkt.
  • Pegel: -8 bis -12 dB gegenüber Main; Startwert -10 dB.
  • Delay: auf MTH-4 im Bereich 1–4 kHz abstimmen, typischer Startwert 5–8 ms bei 8–12 m Bühne.

7. Arealgrössen, Pegel und Publikumsbereiche

SetupEmpfohlene FlächePublikumsmengeBeste BereicheHinweis
Szenario A: Main + Outfill, 2+2 L/R Subs40–55 m breit × 45–60 m tief2500–450010–50 m vor Bühne, breit verteiltBeste Allround-Open-Air-Lösung.
Szenario B: Longthrow + Downfill, 2+2 L/R Subs25–35 m breit × 55–70 m tief2000–400010–60 m vor BühneFür lange Zelte/Hallen und tiefe Plätze.
Szenario C: Main + Outfill, Hybrid-Subs40–55 m breit × 50–65 m tief2500–450010–55 m vor Bühne, Center mit mehr Low-EndMehr Tiefbassreserve, braucht externe DSP-Struktur.

Erwartbare Pegelbereiche

EntfernungErwartbarer nutzbarer PegelBewertung
5 mca. 102–112 dB(A), abhängig vom FrontfillSehr laut; Frontfills sauber einpegeln.
10 mca. 100–106 dB(A)Starker Nah-/Mittelbereich.
20 mca. 97–103 dB(A)Idealer FOH-Bereich.
30 mca. 94–100 dB(A)Sehr gut für Rock/Pop.
40 mca. 90–96 dB(A)Gut nutzbar.
50–60 mca. 84–92 dB(A)Je nach Anspruch noch nutzbar; Delay-Line prüfen.
>60 mprogramm- und wetterabhängigFür hohe Gleichmässigkeit Delay-Line empfehlen.

8. Technische Grundlagen

8.1 Warum gleiche Achse problematisch ist

Wenn zwei MTH-4 mit demselben Signal in dieselbe Zone strahlen, entstehen im Mittel-/Hochtonbereich starke Laufzeit- und Phasenunterschiede. Bei 1.6 kHz beträgt die Wellenlänge nur ca. 21 cm; bereits kleine Abstände zwischen Quellen erzeugen deutliche Lobes und Kammfilter.

8.2 Zonenprinzip

  • Ein MTH-4 pro Zone.
  • Überlappungen nur an den Rändern, nicht auf Achse.
  • Pegel-Shading: Outfill oder Downfill meist -3 bis -6 dB gegenüber Main/Longthrow.
  • Delay: immer in der Übergangszone messen und nicht nur geometrisch raten.

8.3 Laufzeit

1 m Laufzeitdifferenz ≈ 2.9 ms
Delay = Distanzdifferenz / 343 m/s

8.4 Subwoofer-Richtwirkung horizontal vs. vertikal

Mehrere kohärente Subwoofer bilden eine grössere akustische Quelle. Die zusätzliche Richtwirkung entsteht überwiegend in jener Ebene, in der die Quellen räumlich auseinandergezogen werden. Bei vertikal gestackten MTL-4 ist das hauptsächlich die vertikale Ebene; bei horizontal nebeneinanderstehenden MTL-4 ist es hauptsächlich die horizontale Publikumsebene.

FrequenzWellenlänge bei c ≈ 343 m/sBedeutung für 4 × MTL-4
80 Hzca. 4.3 mGrosse Wellenlänge; kompakte Subblöcke koppeln meist gutmütig.
100 Hzca. 3.4 mGeometrie beginnt stärker mitzuwirken, bleibt aber oft noch beherrschbar.
160 Hzca. 2.15 mSystemtrennung MTL-4/MTH-4; horizontale/vertikale Anordnung und Laufzeiten werden deutlich hörbar.

Daraus folgt: Zwei MTL-4 nebeneinander pro Seite erzeugen nicht einfach nur eine „breitere“ Bassabdeckung, sondern eine grössere horizontale Apertur mit frequenzabhängiger horizontaler Bündelung und Nebenkeulen. Zwei MTL-4 übereinander pro Seite behalten in der Draufsicht eine schmalere Quelle und beeinflussen eher die vertikale Ebene.

11. Kurzfazit

Beste Allround-Lösung: Main + Outfill pro Seite, 2 × SH-1512 vorne, 4 × MTL-4 als kompaktes oder vertikal gestacktes L/R-Basssystem. Geeignet für breite Open-Air-Flächen bis ca. 40–55 m Breite.

Beste Tiefen-Lösung: Longthrow + Downfill pro Seite. Geeignet für schmale, tiefe Flächen bis ca. 55–70 m Tiefe.

Beste Low-End-Lösung: Main + Outfill mit Hybrid-Subs. L/R übernimmt Punch bis zur MT-4-Systemtrennung, Center übernimmt nur Low-End unter ca. 80–100 Hz.

Wichtigste Regel: Mehr MTH-4 nicht deckungsgleich addieren, sondern als definierte Zonen verwenden.

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Quellen und Grundlagen

Die technischen Angaben basieren auf Herstellerunterlagen, der dokumentierten Systemkonfiguration und praktischen Planungs- und Messerfahrungen.

Datenblatt- und Systembasis

  • Electro-Voice MT-4 System- und Komponentendaten.
  • Technische Dokumentation der avitech-Konfigurationen MT4 Small, Medium und Large.
  • Planungs-, Aufbau- und Messerfahrungen aus dem Betrieb des avitech-MT-4-Systems.
  • Electro-Voice MTL-4 Datenblatt: ca. 40–225 Hz, 40 Hz -3 dB, 32 Hz nutzbarer Low-End-Bereich, 102 dB @ 1 W / 1 m, 134 dB long-term, 140 dB peak.
  • Electro-Voice MTH-4 Datenblatt: ca. 150–20 kHz, empfohlene Trennfrequenzen 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz; MTH-4 mit vier DL10X im Midbass, vier DH2A-basierten Midrange-Treibern und vier HF-Kompressionstreibern.
  • Electro-Voice MTX-4 Datenblatt: 4-Wege-Systemprocessing mit Trennfrequenzen 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz.
  • Electro-Voice SH-1512 Datenblatt: 50–20 kHz Frequenzgang, Low-Frequency-3-dB-Punkt 55 Hz in Normalabstimmung, 90° × 40° Constant-Directivity-Horn, ca. 99 dB @ 1 W / 1 m und 200 W long-term.
  • Electro-Voice SH-1512 Datenblatt: 50–20 kHz Frequenzgang; 55 Hz Low-Frequency-3-dB-Punkt in Normalabstimmung; ca. 99 dB @ 1 W / 1 m; 200 W long-term; 90° × 40° Constant-Directivity-Horn, wobei das ausgewiesene Beamwidth-Verhalten frequenzabhängig angegeben ist. Die SH-1512ER-Variante ist ähnlich, aber nicht identisch und wird separat mit 100 dB @ 1 W / 1 m geführt.
  • Electro-Voice MTH-4 Datenblatt: ca. 150–20 kHz, empfohlene Trennfrequenzen 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz; MTH-4 als horngeladenes Midbass/Midrange/High-Frequency-System.
  • Electro-Voice SH-1512 Datenblatt: 50–20 kHz, Low-Frequency-3-dB-Punkt 55 Hz in Normalabstimmung, 90° × 40° Constant-Directivity-Horn, ca. 99 dB @ 1 W / 1 m und 200 W long-term.

Quellen und Referenzen

  • Electro-Voice, MTL-4 Engineering Data Sheet: Herstellerdaten zu Frequenzbereich 40–225 Hz, 40-Hz-3-dB-Punkt, 32-Hz-10-dB-Punkt, Empfindlichkeit 102 dB @ 1 W / 1 m sowie Maximalpegel 134 dB long-term und 140 dB peak.
  • Electro-Voice, MTX-4A Engineering Data Sheet: vierwegiges MT-4A-Systemprocessing mit Linkwitz-Riley-Filtern 24 dB/Oktave bei 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz sowie systembezogenen Delays/EQs.
  • Electro-Voice, SH-1512 Engineering Data Sheet: Herstellerdaten zu 50–20'000 Hz Frequenzgang, 55-Hz-3-dB-Punkt in Normalabstimmung, ca. 99 dB @ 1 W / 1 m, 200 W long-term und 90° × 40° Constant-Directivity-Horn.
  • Mark S. Ureda, JBL Professional, Line Arrays: Theory and Applications, AES Convention Paper 5304, 2001: Grundlagen der Direktivität von Linienquellen und realen Lautsprecherarrays.
  • Mark S. Ureda, JBL Professional, Analysis of Loudspeaker Line Arrays, Journal of the Audio Engineering Society, Vol. 52, No. 5, 2004: mathematische Analyse von Quellenabstand, Array-Geometrie, Nebenkeulen und realen Lautsprecherarrays.
  • Martin Audio, Bill Webb / Jason Baird, Advances in Line Array Technology for Live Sound: praxisorientierte Erklärung von Richtwirkung, Elementabstand, Arraylänge und Wellenlänge.
  • Pat Brown, ProSoundTraining, Line Array Realities, 2023: praxisnahe Darstellung von Quellenkopplung, Arraylänge, Elementabstand und Frequenzabhängigkeit.
  • Electro-Voice, MTL-4 Engineering Data Sheet: Herstellerdaten zu Frequenzbereich 40–225 Hz, 40-Hz-3-dB-Punkt, 32-Hz-10-dB-Punkt, Empfindlichkeit 102 dB @ 1 W / 1 m, Maximalpegel 134 dB long-term und 140 dB peak sowie Beamwidth-/Directivity-Daten im Bereich 80–160 Hz.
  • Electro-Voice, MTX-4A Engineering Data Sheet / Owner's Manual: vierwegige Linkwitz-Riley-Trennung mit 24 dB/Oktave bei 160 Hz, 1.6 kHz und 10 kHz; Infrasonic-Schutzfilter bei 32 Hz; systembezogene Delays und EQ.
  • Electro-Voice MT-4 / MT-4A Systemunterlagen und Engineering-Data-Sheets: Herstellerbasis für MTL-4, MTH-4 und MTX-4/MTX-4A-Systemprocessing.
  • Electro-Voice, SH-1512 Engineering Data Sheet: Herstellerdaten zu Frequenzbereich, Leistung, Empfindlichkeit und Horn/Beamwidth des SH-1512; SH-1512ER separat beachten.
  • Mark S. Ureda, JBL Professional, Line Arrays: Theory and Applications, AES Convention Paper 5304, 2001: Grundlagen der Direktivität von Line Sources und Abgrenzung realer Arrays von idealen Linienquellen.
  • Mark S. Ureda, JBL Professional, Analysis of Loudspeaker Line Arrays, Journal of the Audio Engineering Society, Vol. 52, No. 5, 2004: mathematische Analyse von geraden, gekrümmten und realen Line-Array-Geometrien.
  • Martin Audio, Bill Webb / Jason Baird, Advances in Line Array Technology for Live Sound: praxisorientierte Erklärung, dass ein vertikales Line Array vor allem die vertikale Richtwirkung erhöht und die horizontale Abdeckung primär durch das einzelne Element bestimmt bleibt.
  • Martin Audio, Bill Webb / Jason Baird, Advances in Line Array Technology for Live Sound: praxisorientierte Erklärung vertikaler Line-Array-Richtwirkung und Bedeutung von Elementabstand, Arraylänge und Wellenlänge.

Änderungslog

  • 1.3.1 · 06.08.2026: Interne Verweise auf die MT-4-Systemübersicht auf den korrekten Pfad unter /pages/av/ vereinheitlicht.
  • 1.3 · 06.08.2026: Technische Kapitel Small, Medium und Large als exklusives Akkordeon umgesetzt; Datenblattgrundlagen und Quellen zentral zusammengeführt.
  • 1.2 · 06.08.2026: Vollständige variantenspezifische Planungsunterlagen mit Skizzen, Tabellen, Delay-, Distanz-, Pegel- und Flächenwerten sowie elektroakustischen Grundlagen ergänzt.
  • 1.1 · 06.08.2026: Konfigurationsvergleich Small, Medium und Large sowie Hinweise zu Abstrahlung, Bassanordnung und Frontfill ergänzt.
  • 1.0 · 06.08.2026: Technische Systemreferenz für Electro-Voice MT-4 veröffentlicht.